MarioAV ist Fotograf, Videograf und Adobe Stock Anbieter, der den Sprung in die Vollzeitbeschäftigung vollzogen hat. Wir haben uns mit ihm getroffen, um von den Herausforderungen und Triumphen zu hören, die ihm begegnet sind, und um zu erfahren, wie er es schafft, sowohl Fotos als auch Videos für den Stockmarkt zu produzieren.

Kannst du uns etwas über dich und deinen Werdegang erzählen?

Ich komme ursprünglich aus Russland und wohne jetzt im schönen Barcelona. In meiner Kindheit hätte ich nie gedacht, dass ich mal Fotograf werden würde. Aber sobald ich meine erste Kamera bekommen hatte – ein Geschenk meiner Großmutter – empfand ich Leidenschaft für diese Kunstform. Wegen der Fotografie habe ich sogar Englisch gelernt. Zu dieser Zeit fehlte es an nützlichen Informationen über Fotografie in russischen Foren, und so verbrachte ich nächtelang mit einem Wörterbuch und übersetzte fast alles aus der ganzen Welt, um Wissen und Erfahrungen zu sammeln.

Und wie und warum hast du dich entschieden, in die Stockfoto-Branche einzusteigen?

Damals arbeitete ich als freiberuflicher Fotograf und wechselte dann zur Bildretusche, weil ich die Flexibilität wollte, von jedem Ort der Welt aus arbeiten zu können. Nach einer gewissen Zeit strengte mich die Arbeit mit den Kunden an. Was Kunden wollen, passt nicht immer zu deinem eigenen Stil oder zu dem, was dir gefällt. Ich hatte viele Freunde, die bereits von ihrem freiberuflichen Job ins unabhängige Stockmedien-Business gewechselt hatten und erfolgreich wurden. Sie ermutigten mich immer wieder, dasselbe zu tun, aber ich konnte nicht glauben, dass daraus ein erfolgreicher Fulltime-Job werden könnte. Also fing ich zuerst ganz nebenbei mit meinem Smartphone an. Ich habe die Fotos, die ich für Instagram gemacht habe, als Stockfotos verkauft. Nach einigen Monaten erzielte ich mit diesem kleinen Hobby 80 – 100 Euro im Monat.

Aber mir wurde auch klar, dass ich diese Aufgabe so ernst nehmen musste wie einen richtigen Job, um vom Stockfoto-Business finanziell autonom zu leben. So traf ich die schwierige Entscheidung, nicht mehr für Kunden zu arbeiten, sondern mich voll und ganz auf die Arbeit im Stockbildbereich zu konzentrieren. Und zwar mit einer echten Kamera, nicht nur mit einem Smartphone.

Welche Vorteile hat es für dich, wenn du deine Arbeiten auf dem Stockfoto-Marktplatz verkaufst?

Es liegt auf der Hand – du wirst unabhängig in deinen Entscheidungen, Projekten und Arbeitsplänen. Du tust, was du am liebsten tust, und du lernst viel über Geduld.

Welche Herausforderungen musstest du bewältigen, um am Markt erfolgreich zu sein?

Die Herausforderung besteht darin, alles am Laufen zu halten. Als Freiberufler muss man diszipliniert sein, denn es ist oft verlockend, alles auf die leichte Schulter zu nehmen und einfach nur zu relaxen. In dieser Hinsicht muss ich noch Einiges lernen.

Welche Unterschiede gibt es für dich als Adobe Stock Anbieter zwischen dem Foto- und dem Videobereich?

Fotos geben dir schnelles Verkaufs-Feedback und du siehst, wie dein Markt wächst. Es ist einfacher, ein Standbild zu erstellen und es anschließend zu retuschieren, um den gewünschten Look zu erzielen. Bei einem einzelnen Shooting kannst du viele Fotos machen.

Videos sind teurer. Beim Filmen kannst du eine Menge Neues lernen: Abstufungen, Konvertierungen, Aufnahmen bei Nacht und bei schlechten Lichtverhältnissen – es gibt vieles, was du ganz nebenbei mitbekommst. Videos sind lebendiger und meiner Meinung nach kommen die Menschen in Videos schöner rüber als auf einem Standbild. Mit Videos kannst du die Atmosphäre des Augenblicks vollständig teilen. Das ist in der Fotografie ziemlich hart, wenn du kein erfahrener Fotojournalist bist. Die Zukunft gehört dem Video.

Wie unterscheiden sich Stockfoto- und Stockvideo-Produktionen?

Für Stockfotos brauchst du oft wirklich nur eine Kamera. Du kannst einige Fehler machen und Adobe Photoshop CC verwenden, um Schatten, Lichter, Unvollkommenheiten usw. zu korrigieren. Man muss sehr vorsichtig sein und auf viele, viele technische Details achten, um gutes Filmmaterial zu bekommen. Ich finde Videos schwieriger, aber die Herausforderung treibt mich an.

Welches dieser beiden Medien gefällt dir besser?

Heutzutage ziehe ich Videos den Fotos vor. Ich liebe den Prozess der Erstellung und Bewertung von Filmmaterial. Für die Zukunft sehe ich eine starke Entwicklung bei Videos. Sie sind lebendiger und inspirierender.

Sollten sich neue Stockbild-Anbieter auf Foto oder Video konzentrieren – oder versuchen, beides gleichzeitig zu machen?

Besser ist es, mit einer Sache anzufangen, den gewünschten Weg der Weiterentwicklung zu finden und erst dann etwas Neues hinzuzufügen. Um beides besonders am Anfang voranzubringen, musst du deine Zeit aufteilen und du riskierst, bei beidem nur mittelmäßig zu werden. Aber das ist nur meine Meinung und jeder kann tun und lassen, was er will!

Hast du ein paar Tipps für Leute, die versuchen, ihr Stockportfolio aufzubauen?

Die einzigen Dinge, die nachweislich funktionieren sind Geduld und Selbstverbesserung. Wenn du hungrig nach Neuem bist und bereit zu lernen, wie du jeden Tag besser werden kannst, wirst du belohnt.

Viele weitere Stockfotos und Videos von MarioAV finet ihr in seinem Adobe Stock Portfolio.