Beim Betrachten der Werke von 3000ad a.k.a Daniela Mangiucas fühlt man sich, als würde man fremde, fantastische Welten betreten: Raumschiffe schweben über Städte, hochmoderne Gebäude ragen gen Himmel und fremde Weltraumstrukturen tun sich auf! Wir wollten wissen, welcher Mastermind hinter diesen Werken steckt und haben mit der in Rumänien geborenen Künstlerin gesprochen:

Hallo Daniela!Erzähl uns doch ein wenig über dich, deinen persönlichen Background und künstlerischen Werdegang.

Geboren und aufgewachsen bin ich in einer kleinen Stadt in Rumänien. Solange ich denken kann, wollte ich Architektin werden. Der Beruf vereint meine beiden großen Leidenschaften: Die Mathematik und das Zeichnen. Als ich dann an der Uni war, wurde mir aber klar, dass Architektur noch viel mehr ist als die Summe aus Wissenschaft und Kunst. Architektur ist eine Weltanschauung, die aus einer endlosen kreativen Suche besteht. Ich hatte das große Glück mich auf diese Suche begeben zu dürfen. Gemeinsam mit meinem besten Freund und Lebenspartner Adrian ging ich also in die USA.

Wie kam es, dass du dich für die Stockbranche interessiert hast und wie war dein Einstieg ins Stockbusiness?

Nachdem Adrian und ich einige Jahre als Gestalter in großen Architekturbüros gearbeitet hatten, war es an der Zeit den amerikanischen Traum zu leben. Für uns bedeutete dieser Traum, dass wir uns endlich mit unserer kreativen Arbeit selbstständig machten. Damals, in den späten Neunzigern, gab es diesen 3D- und Illustrations-Software Boom. Diese Welle haben wir genutzt! Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich in der Mittagspause etwas über Photoshop las. Ich war direkt Feuer und Flamme und berichtete Adrian davon: „Das ist es! Genau so machen wir es!“ Und so war es dann auch: Mit Hilfe der unschätzbaren Unterstützung unserer damaligen Mitarbeiter, eröffneten wir dann unser Unternehmen für architektonische Visualisierung.
Damals als wir mit Stock anfingen, war das eine rein finanzielle Entscheidung. Als kleines Unternehmen ist man ständig auf der Suche nach neuen Vermarktungsmöglichkeiten und wir erkannten in Stock unsere Chance: Auf sämtlichen unserer Festplatten schlummerten haufenweise 3D-Inhalte, die wir teils beim Testen von Software teils aus Spaß an der Freude entworfen hatten. Außerdem war „Microstock“ damals als neuer Trend ein absolutes Muss!

Auf welche Art und Weise bereichert Stock die Arbeit eurer Firma?

Ich denke, wir haben uns gemeinsam mit dem Markt entwickelt. Heute macht Stock knapp die Hälfte unserer Arbeit aus – vor allem seit dem Aufkommen von Microstock-Videos in Kombination mit Motion Graphics als Vorlagen in After Effects. Auf einmal ging alles ganz schnell: Die Verfügbarkeit und die explosionsartig ansteigende Zahl von Geräten und Absatzmöglichkeiten über die sozialen Medien, wo unsere Arbeiten gesehen und verkauft werden, haben diese riesige Nachfrage erzeugt, durch die wir jetzt von dem leben können, was wir einst noch als „Hobby“ und Spielerei bezeichnet haben.

Dein Portfolio besticht durch einen hohen Anteil futuristischer Elemente – was sind deine Inspirationsquellen?

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich als Architektin einmal auf Raumschiffe spezialisieren würde. Dabei macht das absolut Sinn! Die Visualisierung von Architektur ist die kreative Sicht auf eine Struktur, noch bevor diese baulich realisiert wird. Wenn man es genau nimmt, so ist jedes Objekt Architektur, da alle Objekte entweder Raum einnehmen oder Raum schaffen. Ich finde es persönlich total toll, wenn diejenigen, die diese Objekte entwerfen noch so eine ehrliche kindliche Neugier in ihren Herzen tragen, denn hierdurch reicht ihre Vorstellungskraft über das rein Logische und wissenschaftlich Mögliche hinaus.
Unsere Inspiration ziehen wir aus der Science-Fiction und aus den überragenden Entdeckungen und wissenschaftlichen Errungenschaften, denen wir begegnen. Die menschliche Wissbegier und Kreativität ist immer wieder erstaunlich.

Kannst du uns exemplarisch anhand einer eurer Darstellungen in Adobe Stock ein wenig erklären, wie so ein Schaffensprozess bei euch abläuft?

Am Anfang steht immer eine Geschichte – Das kann entweder eine Story sein, die wir gelesen haben, oder auch etwas, das wir komplett frei erfunden haben. Danach gehen wir zur Geometrie über, jedoch weniger unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Gesichtspunkte, sondern vielmehr mit einer „Was wenn?“-Perspektive. Und dann statten wir der Website der NASA einen Besuch ab, um uns eine Extraportion Inspiration zu holen – das ist bei uns fast schon ein Automatismus geworden. Und zum krönenden Abschluss geht es dann an den eigentlichen 3D-Entwurf – inklusive Animation, falls nötig.

Zuckerbrot und Peitsche: Was ist für euch der schwierigste Teil bis zum fertigen Entwurf und was ist die größte Belohnung für euch?

Der schwierigste Part im ganzen Prozess ist sicher diese Unkalkulierbarkeit von Gestaltungsfehlern. Oft sind diese erst erkennbar, wenn man schon einen ganzen Tag oder auch länger gerendert hat. Das kann schon sehr frustrierend sein, besonders wenn das finale Produkt eine Animation werden sollte und du dich tagelang allein mit dem Konzept und den Arbeitsabläufen abgemüht hast.

Aber zum Glück gibt es ja auch viele schöne Momente! Als größte Belohnung empfinden wir es, wenn Kunden uns um eine individuelle Illustration oder Animation bitten, weil sie so begeistert von unserem Modell waren und daraus Inspiration für ihre eigene Arbeit schöpfen konnten. Wenn sie dann ihren Link zum Endprodukt oder ihre Motion-Graphics-DVD mit dem kleinen „Dankeschön!“ erhalten und sich freuen, dann machen all unsere Anstrengungen – mit allen Ups and Downs, die man im kreativen Prozess hat – plötzlich Sinn.

Hast du Tipps, die du an andere Contributoren weitergeben möchtest?

Ich weiß, das klingt schwer nach Klischee, aber: Macht das, worauf ihr Lust habt! Das zahlt sich am Ende wirklich aus. Versucht nicht, das Rad neu zu erfinden. Ich habe es versucht, aber es funktioniert nur solange, bis du irgendwann merkst, dass es nicht mal annähernd so viel bringt, wie wenn man auf die eigenen Fähigkeiten, Talente und Vorlieben setzt. Findet eure eigene „visuelle Stimme“ und lasst euch von der Arbeitsweise anderer inspirieren, nicht aber von ihren Arbeiten!

Hast du auch Tipps für Kreative, die ihre 3D-Skills erweitern möchten?

Ohne Fleiß kein Preis, also seid fleißig! Mehr gibt es da kaum zu sagen. Jeder, der denkt, alles sei mit einem simplen Mausklick getan, hat leider keinerlei Ahnung von der Materie.
Mehr Arbeiten von Daniela und Adrian findet ihr bei Adobe Stock.