Gemeinsam mit dem Reise- und Lifestylemagazin Tiny Atlas Quarterly ist Adobe Stock nach Tahiti gereist. Mit im Gepäck: Die jahrelangen Erfahrungen in der Werbebranche von Emily Nathan, der Gründerin von TAQ. Lest hier Emilys Profi-Tipps für Lifestyle- und Reisefotos.

Macht euch mit eurem Reiseziel vertraut

Bei der Lifestyle-Fotografie ist das Setting extrem wichtig. Tiny Atlas hat immer atemberaubende Orte für Shootings gewählt. Das Setting bildet die Rahmenbedingungen, innerhalb derer man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Wir streben stets in Richtung wunderschöner, wilder Naturlandschaften, von denen unsere Community immer geträumt hat. Es macht unglaublich viel Spaß, dorthin zu reisen, jedoch sollte man auf den notwendigen Realitäts-Check nicht verzichten. Bei unseren Planungen haben wir globale Konflikte, Krankheiten etc. immer im Hinterkopf, um unnötigen Komplikationen vorzubeugen. Das Leben an sich bringt schließlich schon genug Überraschungen mit sich!



Wählt eure Unterkunft sorgfältig aus

Jeder Lifestyle-Fotograf weiß, dass Sonnenaufgang und Sonnenuntergang die besten Tageszeiten für gutes Licht (und tolle Bilder) sind. Demnach ist es wichtig, seine Unterkünfte so zu wählen, dass man keine kostbare Zeit verliert, um zu bestimmten Spots zu gelangen. Idealerweise startet und beendet man seine Tage genau dort, wo man seine Bilder aufnehmen möchte. Es bringt nichts, am Hotelpreis zu sparen, wenn das bedeutet, dass man eineinhalb Stunden zum gewünschten Spot fahren muss und gegebenenfalls das beste Licht verpasst. Dies gilt insbesondere dann, wenn man mit einer großen Gruppe unterwegs ist. Je mehr Menschen gemeinsam reisen, desto länger dauert es, von einem Fleck zum anderen zu gelangen.

Plant eure Tage nach den Lichtverhältnissen

Das Tageslicht bestimmt eure Pläne! Gute Lifestyle-Bilder schießt man nicht allein an der jeweiligen Location – die besten Fotos sind meist solche, die man ganz zufällig auf dem Weg zur Location schießt. Haltet Augen und Ohren offen, um authentische Momente von unterwegs festzuhalten. Erholungspausen und Essen sollten dann geplant werden, wenn das Licht am ungünstigsten ist. So bietet sich ein romantisches Dinner bei Sonnenuntergang zum Beispiel nur an, wenn auch Dinner-Bilder auf dem Plan stehen. Wenn es draußen sehr hell oder bereits dunkel ist, ist dies die beste Tageszeit für Mittagessen oder Bildbearbeitung.

Macht lokale Models ausfindig

In abgelegenen Gegenden kann sich das Model-Casting als recht schwierig erweisen. Bei Fashion-Shootings kann man sich behelfen, indem man die Models mitbringt. Aber bei Tiny Atlas versuchen wir, mit lokalen Agenturen zu arbeiten, die Models ausfindig machen, die idealerweise aus der jeweiligen Gegend kommen – diese sehen wie Einheimische aus, sprechen die Sprache, fahren ihr eigenes Auto und zudem ist es genial, mehr Leute zu treffen, die dir helfen, eine Verbindung zur Umgebung aufzubauen.

Schlecht gemachtes Make-up und Haare können jede große Lifestyle-Produktion ruinieren. Es ist viel wert, einen eigenen Hair- und Make-up-Artist (idealerweise eine Person, die beides kann) mitzubringen, dem man vertraut. Wenn die Möglichkeit nicht besteht, dann wählt Models mit toller Haut, dann läuft das Shooting von ganz alleine.

Habt eine Kleiderauswahl im Gepäck

Manche Models tragen Kleider, die uns gefallen, manche nicht. Um sicherzustellen, dass wir großartige Bilder aufnehmen können, arbeiten wir mit Marken zusammen, die wir mögen (und treten mit solchen in Kontakt, mit denen wir gerne kooperieren würden), um ein paar Teile ihrer Kollektionen in die Shootings zu integrieren. Aber bringt nicht zu viele Kleidungsstücke mit. Ihr tragt dafür Sorge, sie wieder in die Showrooms zurückzubringen – und je mehr ihr nutzt, desto häufiger müsst ihr euch im Nachhinein mit der Rückgabe herumärgern. Zudem kommt man meist zu deutlich weniger Looks als man zunächst geplant hat (normalerweise nur 1-3 Wechsel oder 1 Look mit mehreren Lagen) – also spart euch die Gebühren fürs Übergepäck und stresst euch nicht, wenn ihr den Zeitplan nicht einhaltet. Lasst einfach ein paar Kleidungsstücke daheim.

Sucht euch Unterstützung während und nach dem Shooting

Ein Digital-Experte am Set macht euer Leben bei der Nachbearbeitung deutlich leichter. Bei Tiny Atlas haben wir diesen Luxus oftmals nicht, also shooten wir den ganzen Tag lang und downloaden und organisieren die Dateien am Abend. Nach einem langen Tag bin ich beim Nachbearbeiten schon oft eingeschlafen. Also beachtet: Sichert eure Daten und packt euer Handy an einen sicheren Ort! Leider passiert es gar nicht mal so selten, dass Handys unterwegs verloren gehen oder gestohlen werden – und mit ihnen die schönsten Aufnahmen.

Wenn ihr bei der Nachbearbeitung keine Unterstützung habt, erstellt einen Arbeitsablauf für die Dateiverwaltung und -benennung. Holt euch dabei Hilfe von guten Digital-Profis, die wissen, wie man Daten organisiert. Ich habe gerade angefangen, mehr mit Adobe Lightroom CC und Lightroom Mobile zu arbeiten, und das ist wirklich klasse!

Mehr Bilder von Tiny Atlas und Tahiti gibt es bei Fotolia.