Robert Harding kennt die Stockfotobranche wie kaum ein Zweiter. Er ist professioneller Reise- und Landschaftsfotograf sowie Gründer und Namenspatron der Bildagentur „Robert Harding“. Mit über vierzig Jahren Erfahrung hat er den seismischen Wandel miterlebt, der die Stockbranche formte. Wir haben mit Robert und Business Development Manager Mike Watson über die Werte der Agentur robertharding gesprochen und erfahren, welche Herausforderungen die beiden in den letzten Jahren gesehen und gemeistert haben.

Roberts Faszination für starke Bilder begann bereits mit dem Eintritt in den Foto-Club seiner High-School. In Sachen Fotografie angefixt und wild versessen darauf, noch tiefer in die Materie einzusteigen, nahm er ein Fachhochschulstudium auf, durch das er sein fotografisches Know-how ausweitete. Hier entdeckte er auch seine große Liebe zur Reisefotografie: Ein Buchprojekt über Pakistan war Auslöser der langjährigen Liaison.

Damals bot Robert seine Aufnahmen zunächst über eine andere Bildagentur an, entschied sich aber bald zum Rollentausch. So machte er sich auf die Suche nach vielversprechenden Fotografen und vermarktete deren Material – die Geburtsstunde der Agentur roberharding! Heute gibt Robert zu: „Damals war ich ziemlich naiv und dachte, das Ganze sei ein Kinderspiel.“

Durch seine Rolle als Fotograf befindet Robert sich in der einzigartigen Position, die Bedürfnisse beider Seiten zu verstehen. „Natürlich muss man sich um die Bedürfnisse der Fotografen kümmern, aber gleichzeitig muss man auch immer sehen, dass diese im Gleichgewicht mit den Anforderungen des Marktes stehen“, erzählt Robert. Manchmal ist es ganz schön schwierig, diese notwendige Balance herzustellen – dafür ist es einfach großartig, wenn es klappt und jede Anstrengung wert ist. Inzwischen verzeichnet die Sammlung, die Robert und sein Team aufgebaut haben, Zehntausende beeindruckender Aufnahmen preisgekrönter Fotografen – ein stolzes Ergebnis! Diese Bilder vermittelt robertharding an verschiedene Käufer, die sie in Editorials, Werbeanzeigen und Schullektüren einsetzt, wodurch die Aufnahmen einen neuen Wirkungskreis erhalten.

Tschüs analog, hallo digital

Die digitale Revolution hat nicht nur eine nachhaltige Wirkung auf den Workflow von Fotografen, sondern auch darauf, wie Bildagenturen mit ihren Kunden interagieren. „In den Zeiten analoger Fotografie hatte man noch persönlichen Kontakt zu den Kunden“, erklärt Robert. „Sie kamen ins Büro, um gemeinsam mit unseren Bildspezialisten das richtige Bildmaterial zu finden und einzukaufen.“ Diese persönliche Beziehung ging verloren und wurde durch einen digitalen Marktplatz ersetzt.

Dieser digitale Marktplatz hat unser Verlangen nach immer mehr Content entfacht. In der Folge mussten die Bildagenturen ihre Sammlungen erweitern, um mit der gesteigerten Nachfrage Schritt halten zu können. roberharding allerdings bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung: Hier wird noch sorgfältiger und engmaschiger selektiert, um den Kunden nur die besten Inhalte zu liefern.

Wie sieht das perfekte Reisefoto aus?

„Ein ansprechendes Reisefoto sollte eine Geschichte erzählen“, sagt Mike. „Es sollte einen einzigartigen Moment einfangen und den Betrachter dazu bringen, sich im Motiv zu verlieren und Teil dieses bildgewordenen Augenblicks sein zu wollen.“ Auch die Käufer von Landschafts- und Reisefotos sind Geschichtenerzähler und immer auf der Suche nach einer mitreißenden Story, wenn sie auf Bildrecherche sind.

Damit ein herausragendes Foto zum Bestseller wird, muss es mit den richtigen Keywords versehen sein – sowohl mit beschreibenden als auch mit eher konzeptionellen Suchbegriffen. robertharding übernimmt das Keywording für seine Anbieter, damit diese sich ganz ihrer Spezialität – dem Erstellen atemberaubender Aufnahmen – widmen können. So wird auch sichergestellt, dass die Käufer genau das Bildmaterial finden, wonach sie suchen.

Neuer Look, neue Fotografen

Nicht nur die Verkaufsplattformen selbst haben sich verändert, sondern auch der Geschmack der Käufer. Immer häufiger suchen Kunden nach Bildern, die aussehen wie Aufnahmen aus sozialen Netzwerken: „Wir stellen fest, dass viele der Bilder einen authentischeren, natürlichen Charakter haben und so aussehen, als würden sie einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben zeigen“, berichtet Mike aus seiner Erfahrung. „Wahrscheinlich kann man diese Entwicklung auf die Popularität und Zugänglichkeit mobiler Smartphone-Fotografie zurückführen.“

Diese jüngsten Entwicklungen wecken aktuell das Interesse von Fotografen, die Stockfotografie vorher nie als Einnahmequelle in Erwägung gezogen hätten. Anders als ihre Vorgänger steigen sie nicht in die Stockbranche ein, um nach einem Vollzeit-Erwerb zu suchen, sondern sind einfach offen für eine zusätzliche Einnahmequelle und möchten ihren Bekanntheitsgrad steigern.

Ausblick

Die Stockbranche ist ein dynamischer Marktplatz, der sich verändert und sich an neue Trends, neue Technologien und Fotografen anpasst. Robert und Mike sind sich sicher, dass der Trend zu Smartphone-Fotografie und smarter Videokunst weiter voranschreitet und es noch einfacher werden wird, Inhalte zu lizensieren. Es bleibt also spannend!

Mehr Bilder aus der Robert Harding Premium Collection findet ihr auf Adobe Stock.