Sieht man sich das Portfolio und den Lebenslauf der Finnin Lotta Nieminen an, könnte man meinen, dass ihre Arbeit sich über Jahrzehnte erstreckt – dabei hat die Illustratorin und Grafikdesignerin hat gerade erst begonnen. Nichtsdestoweniger ist sie bereits die einzige Grafikdesignerin, die in der renommierten „30 unter 30”-Liste des Forbes Magazines aufgeführt wird.

Da sie aus einer traditionell kreativen Familie stammt, wäre es nur logisch erschienen, wenn sie in die Fußstapfen ihrer Großmutter (einer Malerin), ihrer Mutter (einer Textildesignerin) oder ihres Vaters (eines Musikers) getreten wäre. Es war allerdings das Zeichnen, das Stunde um Stunde ihrer Kindheit beanspruchte – was dazu führte, dass sie bereits im Alter von 12 ihren ersten Preis für das eigenständige Erstellen und Designen eines kleinen Magazins, Frendi, voller selbstdesignter Fashion-Fotografien gewann.

Lotta stieß eher durch Zufall auf diese Disziplin, als sie entdeckte, dass all das, was sie ihr Leben lang inspiriert hatte, einen Namen hat: Grafikdesign. Sobald sie mit ihrem eigenen, präzise definierten Stil in ihrer Disziplin startklar war, konnte ihre Karriere nur noch glänzen. Gemeinsam mit ihren minimalistischen und farbenfrohen Illustrationen verließ sie ihre Heimat Finnland, um nach größeren kreativen Herausforderungen zu suchen. Sie ging nach New York, um bei Pentagram Design zu arbeiten – einem der größten Designstudios des Landes.

Obwohl sie bereits ihren eigenen Look hat, entwickelt sich Nieminen in zwei Richtungen. Auf der einen Seite sind ihre Illustrationen voller Leben und Farbe, wie kleine Universen, die feinsäuberlich in großen Räumen verteilt sind, mit perfekter Balance zwischen dem Kindlichen und dem Erwachsenen. Auf der anderen Seite reduzieren Ihre Designs die Ablenkungen auf ein Minimum und arbeiten über eine räumliche Fülle, die Ruhe und Klarheit erlaubt. Lottas Designs sind nüchtern, elegant und genau das, was jemand beim Navigieren im Internet auf der Suche nach Inspiration sucht.

Heute betreibt Lotta ihr eigenes Studio und kombiniert ihre Talente im Rahmen ihrer eigenen Fantasie – bis zu dem Punkt, dass sie nur Arbeiten für Marken und Produkte annimmt, an die sie wirklich glaubt, die sie inspirieren und die ihre Leidenschaft wecken. Diesen Anforderungen entsprechend haben es ihre detaillierten und freudvollen Illustrationen in die New York Times, Le Monde und den International Herald Tribune geschafft. Unter den Kunden in ihrem Portfolio befinden sich auch Google, die das neue Design ihrer Kalender-App beauftragt haben; Hermès, für den Lotta Display-Fenster designt hat sowie Volkswagen, IBM, United Airlines, Monocle, Newsweek, Wired UK, New York Magazine, Vanity Fair, Bloomberg Businessweek und viele mehr.

Obwohl sie sich selbst als „kreativ erfüllt“ bezeichnet, ist Lotta noch lange nicht am Ende ihrer Reise und erforscht immer neue Medien. Zu ihren Talenten in Editorial Design, Webdesign, Packaging Design und Art Direktion lassen sich auch Arbeiten auf Teppichen, Weinflaschen und Kissen zählen. Fest steht, dass diese junge, multidisziplinäre Designerin noch viel zu bieten hat.