Kaum von seiner Expedition nach Kanada zurückgekehrt, hat Arnaud Montagard uns umgehend Rede und Antwort stehen müssen: Wir wollten von dem talentierten jungen Fotografen alles über ihn, seine Reise und seine Fotografien für #Disconnect by Fotolia wissen.

Hi Arnaud, kannst du dich in ein paar kurzen Worten vorstellen?

Ein junger, autodidaktischer Fotograf; entschlossen, eine Karriere aus seiner Leidenschaft zu machen.

Welches Wort definiert dich am besten?

Neugierig, aufmerksam, Idealistisch.

Bitte erzähle uns etwas mehr über deinen Werdegang.

Mit etwa 15 Jahren begann ich mit der Fotografie – zur gleichen Zeit wie mit Graffiti –, um Street Art zu dokumentieren. Das entwickelte sich sehr schnell zu einer anderen Form der Fotografie: Street Photography.

Nach dem Abitur ging ich auf die Wirtschaftshochschule. Und nach einem Master-Abschluss im digitalen Marketing ging ich nach New York, um dort zu leben. Als ich nach Frankreich zurückkam, begann ich eine Laufbahn in der professionellen Fotografie.

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Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ehrliche Fotos mit dem Blick eines Fremden auf die Straße. Ich bin meinen Themen immer sehr nahe und verwende den Zoom nicht. Meine fotografische Arbeit konzentriert sich auf das menschliche Element in einer filmischen Umgebung.

Was sind deine Einflüsse und die Quellen deiner Inspiration?

Alle großen Straßenfotografen: Garry Winogrand, Saul Leiter, Martine Barrat, William Klein, Cartier Bresson. Ich bewundere auch den Stil von Stephen Shore und William Eggleston.

Was sind in deinen Augen die wesentlichen Eigenschaften eines Fotografen?

Aufmerksam und hingebungsvoll sein.

Wie sehen deine Pläne für die kommenden Monate aus?

Ich hoffe, nach New York zurückzugehen und dort zu leben, um meinen Stil zu entwickeln und meine Karriere fortzusetzen. Ich finde, es ist eine sehr inspirierende Stadt.

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Warum hast du dich entschieden, an Projekt #Disconnect teilzunehmen?

Das Herz eines Subjekts für etwa 10 Tage zu erforschen, rund um die Uhr, ist anders als das, was ich in meiner Arbeit gewohnt bin. Dieses Projekt ist ein totales Eintauchen in die Welten von Menschen, die einen Lebensstil haben, der sich sehr von meinen eigenen unterscheidet.

Was ist dein Standpunkt zum Buzzword „Storytelling“?

Geschichten zu erzählen ist sehr wichtig für dieses Projekt. Ich produzierte eine Serie von Fotos, ähnlich einem Dokumentarfilm, in dem alles verbunden ist. Storytelling ist nicht immer in meiner persönlichen Arbeit vorhanden. Ich versuche, Atmosphären zu schaffen, die den Betrachter in die Aktion eintauchen und sich die Geschichte vorstellen lassen.

Welche Botschaften, Emotionen oder Ideen wolltest du vermitteln?

Ich wollte die Gefühle zeigen, die du erleben kannst, wenn du dich in die Position der Jäger begibst. Die Stille im Wald, die steigende Spannung nach einem plötzlichen Geräusch. Ich wollte auch hinter die Kulissen blicken und z. B. die Häuser der Jäger sehen und zeigen.

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Beeinflussen dich deine Umgebung und die Kultur deines Landes? Wenn ja, wie?

Die Fotografen meines Landes, die ich bewundere, inspirieren mich sehr, aber ich kann in Frankreich keine Inspiration finden. Ich brauche eine Umgebung, die mich aus dem Alltag herausführt.

Warum hast du Kanada gewählt? Ist dieses Land etwas Besonderes für dich?

Ich fand, dass es ein sehr gutes Land für das #Disconnect Thema war. Endlose Wälder und ein sehr interessantes Themengebiet. Die Zeit in Kanada war auch eine der besten. Die Herbstfarben verleihen den Fotos eine unverwechselbare Stimmung.

In welcher Weise hat dieses Land (die Kultur, Bevölkerung, Philosophie des Lebens, etc.) dich inspiriert?

Die Aufgeschlossenheit der Kanadier bringt dich dazu, loszugehen und sie zu treffen. Die Lebensphilosophie der Jäger gefiel mir auch. Natürlich jagen sie, aber sie essen nur das Fleisch, das sie gejagt haben. Außerdem verbringen sie nicht das ganze Jahr ohne Berührung mit der Welt, sondern sie fühlen die Notwendigkeit, sich von Zeit zu Zeit von der Dynamik der großen Stadt zu entfernen.

Was hat dir diese Erfahrung persönlich gebracht?

Erstens war ich kaum wieder da, als ich das Bedürfnis verspürte, eine weitere Erfahrung wie diese zu machen. Ich erkannte auch, dass wir schnell Dinge vergessen, die es uns erlauben, mit unserer Familie, Freunden, etc. in Verbindung zu bleiben. Ich mag die Philosophie der Menschen, denen wir während dieser Reise folgten. Diese Männer haben das Bedürfnis, für zwei bis drei Monate von der Landkarte zu verschwinden, dann kommen sie zurück zu ihrem täglichen Leben in einer großen Stadt.

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Hattest du besondere Schwierigkeiten zu bewältigen?

Ja. Es war nicht leicht, den Jägern zu folgen und sie zu fotografieren. Die Jagd verlangt absolute Stille und schon das Auslösen der Kamera könnte die Tiere weglaufen lassen. Zu bestimmten Momenten zog ich es vor, lieber auf das Fotografieren von Bildern zu verzichten, um sie nicht zu belästigen.

Welchen Rat würdest du anderen Fotografen geben, die diese Erfahrung machen möchten?

Tauche gleich von Beginn an in die Aktion ein und spiele das Spiel mit. Lerne, auf die gleiche Weise zu leben wie die Menschen, die du triffst. Das bedeutet oft das Loslassen des Internets und des Telefons.

Welches Material (Hardware, Software etc.) bevorzugst oder brauchst du für deine Arbeit?

Ich benutze hauptsächlich Adobe Lightroom CC und Adobe Photoshop CC für Retuschen. Außerdem eine 5D Mark 3, vorwiegend mit einem 35mm-Objektiv.

Kannst du deine Arbeitsweise mit wenigen Worten beschreiben?

Ich glaube nicht, dass ich der bestorganisierte Fotograf bin! Im Allgemeinen, nach einem Tag des Fotografierens, weiß ich nicht, welche Fotos mich interessieren und bevor ich alles durchsehe, beeile ich mich, die Farben der Bilder abzugleichen.

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Vielen Dank für das Gespräch, Arnaud!

Mehr von Arnaud Montagard folgt in Kürze hier im Fotolia by Adobe Blog. Merkt euch schon mal den 24. November vor, wenn die exklusiven Fotos für #Disconnect das Licht der Welt erblicken und wir mit einzigartigen Gratisdownloads feiern!