Max Muench ist aus der Mongolei zurück – mit atemberaubenden Fotos für #Disconnect by Fotolia im Gepäck, die wir euch schon sehr bald zeigen werden. Vorerst haben wir den talentierten Fotografen aber erst einmal nach einen Erlebnissen befragt.

Hi Max, kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Mein Name ist Max, ich bin 23, lebe in Berlin und bin Pianist und autodidaktischer Fotograf. Ich liebe Mangos und den Moment, wenn die Tragflächen des Flugzeugs die Wolken streifen. Vor Kurzem habe ich begonnen, um die Welt zu reisen, und ich habe festgestellt, dass es kein schöneres Gefühl gibt, als an einem Ort aufzuwachen, an dem man noch nie vorher war.

Welche Wörter beschreiben dich am besten?

Rastlos, voller Ideen, immer auf der Suche nach einem neuen Abenteuer.

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Erzähl uns bitte ein wenig über deine Ausbildung und deinen Werdegang.

In jungen Jahren habe ich eine Analogkamera zum Geburtstag bekommen – seitdem ist die Fotografie ein Teil meines Lebens und ich mache Bilder von allem. Später habe ich über mein Smartphone die geheimnisvolle Welt von Instagram entdeckt und so viel Inspiration gefunden, dass ich beschlossen habe, meinen Job aufzugeben und mich auf die Verbesserung meiner fotografischen Fähigkeiten zu konzentrieren. Jedes Foto ist eine Vorübung für das nächste, es ist ein endloser Lernprozess über Licht, Technik und das Einfangen von Emotionen. In den letzten Jahren hatte ich die Chance, für viele weltbekannte Unternehmen und Marken an zahlreichen Orten zu arbeiten – es wurde mein Job, mit meiner Kamera um die Welt zu reisen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich liebe es, mit dem Licht zu spielen, selbst dann, wenn keines da ist – irgendetwas sticht immer hervor. Und kennt ihr Caspar David Friedrich? Ich versuche oft, etwas Persönliches, Ehrfurchterweckendes und Eindrucksvolles in meine Bilder zu integrieren, etwa einen kleinen Menschen in einer weiten Landschaft. Dabei geht es nicht nur darum, mit den Maßstäben und Dimensionen zu spielen, sondern auch um die Identifikation mit der Person, die ein Bewusstsein für das größere Ganze der Natur wecken soll, in dem wir leben. Wir sind nur eine kleine Note in einer riesigen, komplexen Komposition.

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Was inspiriert und beeinflusst dich?

Neben Instagram und den Arbeiten meiner Freunde: die Musik in meinem Kopf, die Dinge, die ich vor mir sehe, und die Leute um mich herum. Wenn ich Musik höre, gehen mir Bilder durch den Kopf – und umgekehrt. Und wenn ich Menschen treffe oder etwas betrachte, kann meine Stimmung in diesem Moment mich dazu inspirieren, abstrakt, glasklar oder gar nicht zu denken.

Was sind in deinen Augen die essentiellen Qualitäten eines Fotografen?

Ein Gefühl für Licht, für Emotionen und Kompositionen, außerdem ein wenig Marketing-Know-how – wenn du fantastische Fotos machst, die keiner sieht, kannst du deine Leidenschaft nicht zum Beruf machen. Wenn das aber sowieso nicht dein Ziel ist, ist es auch nicht nötig.

Warum hast du dich dazu entschieden, bei Disconnect by Fotolia mitzumachen?

Zu einem Abenteuer in der Mongolei aufbrechen, um eine Geschichte zu erzählen – das war alles, was ich über das Projekt wissen musste, um Ja zu sagen. Außerdem fasziniert mich die neue Sicht auf Stockfotografie, und ich bin immer offen für neue Wege.

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Was hältst du von dem Konzept des visuellen Storytellings?

Storytelling ist mit Abstand das Wichtigste in der Kreativwelt, wenn du mit dem, was du tust, hervorstechen willst. Das gilt für Musik, Literatur, Film, Tanz, Fotografie etc. Und weil ein Bild immer mehr sagen sollte als das, was man sieht, habe ich ein enges Verhältnis zum Storytelling überhaupt. Manchmal verrät dir ein Stück Musik mehr über dich als deine Mutter es ein Leben lang getan hat. Den Blick hinter die Kulissen werfen bedeutet, tiefer in etwas vorzudringen, das man andernfalls vielleicht nie verstanden hätte.

Welche Botschaften, Gefühle oder Ideen wolltest du vermitteln? Und warum gerade diese?

Die Suche nach einzigartigem Licht und einer neuen Perspektive, immer. Ich kann das wieder am Beispiel der Musik beschreiben: Ein Pianist kann Mozart mehr oder weniger gut spielen, der Komponist war so oder so ein Genie. Aber seine eigene Melodie zu erschaffen ist eine viel größere Herausforderung als das Nachspielen von Noten, die ein anderer geschrieben hat.

Hast du bemerkt, dass dein Hintergrund und die Kultur deines Heimatlandes Einfluss auf dich hat?

Das Essen war für mich eine ziemliche Herausforderung: Neben einem Ziegenkopf aufzuwachen, der zum Mittagessen gegessen wird, ist etwas, das ich zu Hause bisher nicht gewohnt war. Aber wenn man ein Land wirklich in allen seinen Facetten erleben will, sollte man alles hinter sich lassen und neu anfangen. Erst dann bekommt man den wahren Geschmack des Ortes, an dem man ist. Auch wenn Ziegenköpfe vermutlich nicht zu meinen Favoriten werden.

Warum hast du dich für die Mongolei entschieden?

Jeder denkt an Kanada, Südafrika, Neuseeland. Warum nicht Kirgisistan, Alaska oder die Mongolei? Ich liebe es, an exotische Orte zu reisen, und die Mongolei schien mir eine gute Wahl zu sein.

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Inwiefern hat dich dieses Land für deine Bilder inspiriert?

Mit dem Licht und dem Lächeln. Die Menschen sind so unglaublich freundlich und aufgeschlossen. Man sollte dieses Gefühl nach Europa importieren können.

Gab es auch Herausforderungen?

Es war immer ein Rennen gegen die Zeit – man möchte hier sein und dort zugleich, aber man muss sich entscheiden. Hinterher weiß man nicht, ob man sich richtig entschieden hat, weil man nur die eine Chance hatte. Wenn man länger an einem Ort bleiben kann, macht es das leichter, es bringt einen näher zu dem, was man will, und auch zu den Menschen, mit denen man das Erlebnis teilt.

Was hat das Erlebnis dir gebracht?

Neue Energie, eine neue Sicht auf mein eigenes Land. Ein besseres Gefühl für das, was in der Welt vor sich geht, und dass es absolut lächerlich ist, dass Menschen sich gegenseitig bekämpfen. Aber das ist ja nichts Neues.

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Welches Equipment verwendest du?

Ich fotografiere mit einer Canon 5D3 und einer Sony A7RII, nutze ein iPhone 6s zur Kommunikation und mein Samsung Galaxy S7 für Bilder und Videos. Ich bearbeite in Adobe Lightroom CC und Adobe Photoshop CC, in dringenden Fällen arbeite ich auch auf dem Smartphone mit Mobile Apps.

Kannst du deine Arbeitsmethode in wenigen Worten beschreiben?

Zum Teil extrem organisiert, zum Teil habe ich keine Ahnung, was ich mache. Meine Dateien haben Namen wie BridgeFinalFinalMaster-XXL_HiRes2_2k.jpg – damit ist alles gesagt.

Hast du für Disconnect in irgendeiner Weise anders gearbeitet als sonst?

Die Arbeit für Disconnect brachte es mit sich, komplett offline zu sein. Meine tägliche Social-Media-Arbeit und E-Mail-Kommunikation war komplett unterbrochen, und nach ein paar Tagen wollte ich mein Postfach gar nicht mehr öffnen, wenn ich endlich Empfang hatte. Das war eine wichtige Lektion, und ich bin ein glücklicher Schüler, der das, was er gelernt hat, oft wiederholen wird.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Max!

Die fantastischen Fotos und Videos, die während Max’ Reise entstanden sind, könnt ihr ab dem 12. Oktober entdecken – außerdem warten an diesem Tag vier Gratisdownloads auf euch. Schaut wieder im Fotolia by Adobe Blog vorbei!