Sie gilt als eine der einflussreichsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts, verstört und überrascht mit ihren konzeptionellen Serien und gilt mit ihrer visionären Voraussicht auf unsere narzisstische Entwicklung als erste Künstlerin, die das Selfie – lange bevor es das Selfie gab – zur künstlerischen Ausdrucksform erhob: die New Yorkerin Cindy Sherman.

Theatralisches Make-up, Prothesen und digitale Bildbearbeitung sind die Mittel, mit denen Cindy Sherman ihre unorthodoxen, sarkastischen, grotesken und ungeheuer kunstfertigen Szenarien erstellt – mit sich selbst als ihrem Motiv (und zugleich ihrer Leinwand) im Mittelpunkt. Wer das Glück hat, in Brisbane (Australien) zu sein, kann noch bis zum 03. Oktober ihre aktuelle Ausstellung sehen.

Die Gegenüberstellung von Clowns und Society-Gestalten wirkt nur auf den ersten Blick absurd und verrät auf den zweiten den entlarvenden künstlerischen Blick auf die Art und Weise, in der die beiden Gruppen ihre Gesichter der Welt präsentieren. Inmitten dieses verstörenden Exhibitionismus wirkt das „echte“ Selbstportrait der Künstlerin, das sie ungeschminkt und ohne Requisiten zeigt, wie ein Symbol der Einfachheit.

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