Das fantastische Artwork „Shangri-La der Zukunft“ beschließt die erfolgreiche Reihe der TEN Collection Staffel 3. Wir haben uns mit der ersten Hälfte des Künstlerduos, der koreanischen Fotografin Mi-Kyung Kim, über die Hintergründe dieser außergewöhnlichen Arbeit unterhalten.

Kannst du uns ein bisschen über dich und deinen Werdegang erzählen?

Hallo, es freut mich, euch kennenzulernen. Mein Name ist Kim Mi-Kyung, ich bin Fotografin aus Korea. In diesem Fach habe ich auch meinen Abschluss an der Uni gemacht. Im Moment arbeite ich mit einem Verlag und einem Rundfunksender zusammen, außerdem halte ich Vorlesungen an Universitäten und Fotografie-Akademien.

Welches Wort definiert dich?

Die beiden Wörter die mich definieren, wären vermutlich „positiv“ und „neugierig“.

Und wie definierst du deinen Stil?

Ich bevorzuge es, im Hinblick auf Stil und Motiv kreativ und originell zu bleiben, anstatt mich auf eine bestimmte Richtung festzulegen. Ich arbeite auf ganz unterschiedliche Weise, je nach Thema. Für meine Landschaftsfotos füge ich zum Beispiel nichts hinzu, ich überlasse es ganz der Natur, mich zu inspirieren. Manchmal mache ich aber auch Bilder, die ein bestimmtes Setting brauchen. Dann mache ich einen Plan und bereite das Shooting sorgfältig vor, füge Requisiten hinzu und baue das Set.

Haben deine Herkunft oder die Kultur deines Landes dich beeinflusst? Und wenn ja, wie?

Ich bin an einem der schönsten Orte in ganz Korea geboren und aufgewachsen, auf der Insel Jeju-do. Diese Umgebung war für mich die perfekte Motivation, um Kunst zu erschaffen. Das Meer, das meine Heimatstadt umgibt, war ein entscheidender Anstoß für meinen Weg zur Fotografie. Ich bin als Kind einmal hineingefallen, was ein sehr traumatisches Erlebnis war. Vielleicht erklärt das, warum in fast allen meiner Arbeiten Wasser eine Rolle spielt – ich glaube, das ist für mich eine Form der Bewältigung.

Welche Eigenschaften sollte ein Fotograf deiner Meinung nach haben?

Man muss sehr viel reisen und sehr viel lesen, wenn man ein wirklich guter Fotograf werden will. Ich glaube, wenn direkte und indirekte Erfahrungen zusammenkommen, entsteht daraus eine neue Idee. Auf dieser Basis kann man kreative Kunst entwickeln.

Warum hast du dich dazu entschieden, beim TEN Projekt mitzumachen?

Es gibt zwei Gründe. Erstens, ich bin eine eher klassische Fotografin. Darum war ich sehr daran interessiert, was in Zusammenarbeit mit einem zweiten TEN Künstler und all den digitalen Techniken aus meiner Arbeit werden könnte. Das war eine völlig neue Herausforderung für mich. Zweitens, es handelt sich bei TEN um ein Bildungsprojekt, und ich hoffe immer, dass meine Arbeit hilfreich für Lernwillige ist.

Arbeitest du normalerweise auch mit jemandem zusammen wie in diesem Projekt?

Der Großteil meiner Arbeit liegt im Bereich Fotografie und Film. Beim Filmen kommt es oft darauf an, den Klang einer Szene einzufangen, darum arbeite ich oft mit Sounddesignern zusammen.

Wie lief die Zusammenarbeit mit deinem Counterpart in puncto Konzeption, Briefing, Organisation, Kommunikation?

Wir haben uns zum Brainstorm getroffen und über das Thema und die Location für das Shooting gesprochen. Dann habe ich fotografiert und der Sounddesigner kam dazu, um die Naturklänge aufzunehmen. Als die Filmarbeiten für das Tutorial-Video abgeschlossen waren, haben wir Sound und Film zusammengebracht und das finale Artwork erstellt.

Inwiefern hat dich das gegebene Thema inspiriert?

Man sagt ja, man sieht immer nur so viel, wie man weiß, und die Zusammenarbeit mit dem Sounddesigner hat meinen Einblick in die Natur vertieft. Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit mehr Tiefe gewonnen hat, weil sie nicht nur die äußere Schönheit der Natur zeigt, sondern auch eine innere Geschichte hat.

Welche Botschaften, Gefühle oder Ideen wolltest du in deinem Werk transportieren? Und welche Motivation steht dahinter?

Ich möchte in meinen Bildern die Schönheit der Natur vermitteln. Sämtliche meiner Arbeiten beginnen mit der Natur. Insbesondere meine jüngsten Arbeiten fußen vor allem in den Meeren und Wäldern von Korea.

Was ist dein bevorzugtes oder benötigtes Equipment?

Ich nutze neuerdings Photoshop für meine Arbeiten, um die Farbwerte zu korrigieren. Normalerweise benutze ich aber keine Grafiksoftware, ich versuche eher, das Originalfoto beizubehalten.


Kannst du uns kurz beschreiben, wie dein Arbeitsprozess für gewöhnlich aussieht?

Wie gesagt, meine Arbeitsmethoden hängen immer vom Thema ab. Zuletzt habe ich beispielsweise Fotos mit Langzeitbelichtung gemacht. Ich habe diese Methode verwendet, um die Farben des Meeres einzufangen, die man bei einer normalen Belichtungszeit gar nicht sieht.

Hast du für TEN mit anderen Tools oder Methoden gearbeitet als sonst?

Der einzige wirkliche Unterschied ist wohl, dass ich für gewöhnlich keine Grafiksoftware wie Photoshop benutze.

Kannst du uns ein paar Tricks und Techniken verraten, die du verwendet hast?

Da sämtliche meiner letzten Arbeiten auf der Natur basieren, lege ich weniger Wert auf Techniken und mehr darauf, die Location zu erfassen. Den Ort, an dem ich arbeite, wirklich zu begreifen, zählt meiner Meinung nach am meisten.

Vielen Dank für das Gespräch, Mi-Kyung! Wer jetzt Lust auf eine kreative Herausforderung bekommen hat, dem sei der TEN Collection Contest ans Herz gelegt – auf die glücklichen Gewinner warten tolle Preise. Und wer den TEN Gratis-Download verpasst hat, kann das Artwork hier erwerben.