Lasse ist ein deutscher Fotolia Anbieter aus Bremen und verdient seit 2011 seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf seiner außergewöhnlichen, oft stark nachbearbeiteten Bilder. Wir haben ihn gefragt, was man tun kann, um in seine Fußstapfen zu treten.

Fotolia: Hallo Lasse! Kannst du uns ein bisschen über dich und deinen Weg in die Fotografie erzählen?

Lasse: Hallo Fotolia! Ich heiße Lasse, bin 28 und komme aus Bremen. Ich habe Fotolia über meine Ausbildung zum Mediendesigner entdeckt. Die Agentur, in der ich gearbeitet habe, hat viele Bilder bei euch gekauft, und ich habe schon damals viel mit Bildbearbeitungssoftware experimentiert.

Mir gefiel der Gedanke, mit meinem Hobby ein bisschen Geld nebenher zu verdienen, darum habe ich angefangen, meine Bilder bei Fotolia hochzuladen. Es hat nicht lange gedauert, bis ich die ersten Bilder verkauft hatte, was mich sehr motiviert hat. In den folgenden Monaten haben die Downloads stetig zugenommen und habe angefangen, die Ranking-Leiter hochzuklettern.

2011, pünktlich zum Ende meiner Ausbildung, waren meine Einkünfte gerade hoch genug, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Ich habe den Schritt nie bereut und kann mir im Moment keinen schöneren Beruf vorstellen.

Fotolia: Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Lasse: Da ich ein totaler Photoshop-Fan bin, sind meine Bilder meistens Fotomontagen, oder zumindest stark bearbeitet. Es macht mir großen Spaß, aus Rohmaterial etwas Neues zu machen. Der fotografische Teil des Bildes ist für meine Arbeit eher ein Mittel zum Zweck.

Mein Stil ist von zahlreichen Fotografen beeinflusst, deren Aktivitäten ich ständig verfolge. Daneben lasse ich mich von Grafikdesign- und Fotografie-Blogs inspirieren. Wenn Bilder mit einem bestimmten Look mein Interesse erregen, versuche ich herauszufinden, wie man zu diesem Ergebnis kommt und wie ich es für meine eigenen Bildideen verwenden kann.
Außerdem habe ich mich durch zahlreiche Tutorials und viel Literatur zum Thema gewühlt. Mit der Zeit begannen die verschiedenen Looks und Techniken sich zu meinem eigenen Stil zu verbinden.

Fotolia: Was haben deine Bilder an sich, das sie so beliebt macht?

Lasse: Ich denke, der Erfolg meiner Bilder geht auf eine Kombination von Faktoren zurück:

– Mein Beruf ist zugleich mein Hobby, darum schrecke ich nicht vor Überstunden zurück.
– Ich versuche, mit jedem Bild einen Bestseller zu landen. Natürlich geht das oft daneben, aber auch das motiviert mich.
– Ich mag keine Serien aus Dutzenden, fast identischen Fotos. Ich lege in meinem Portfolio Wert auf Vielfalt, und ich glaube, das ist auch von Vorteil.
– Ich versuche, mit dem Wettbewerb Schritt zu halten, indem ich dauernd meine Fähigkeiten verbessere.
– Mit der Zeit habe ich ein Stück weit verstanden, welche Bilder sich verkaufen.

Fotolia: Was sind in deinen Augen die entscheidenden Zutaten für ein richtig gutes Foto?

Lasse: Ich würde sagen, dass in einem richtig guten Foto ein ansprechendes Motiv, der richtige Moment, eine geeignete Perspektive und aufregende Lichtverhältnisse zusammenkommen müssen – mit einer netten Postproduktion als i-Tüpfelchen. Die Kombination dieser Kriterien ist schwer zu erreichen, aber zum Glück hilft Photoshop hier ein bisschen.

Fotolia: Deine Fotos entsprechen nicht unbedingt der Vorstellung von „typischen“ Stockfotos. Wie kommt es dazu?

Lasse: Wie ich schon sagte, für mich ist Vielfalt eine Schlüsselstrategie. Fotolia hat eine große Bandbreite von Käufern mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Ein Journalist braucht zum Beispiel ein eher spezifisches Bild, um einen Artikel zu illustrieren, während ein Webdesigner ein allgemeineres Bild braucht, das ins Design seiner Website passt.

Natürlich googele ich mich ab und zu, um zu sehen, wo meine Bilder landen und wie sie verwendet werden, was manchmal überraschend ist. Auf diese Weise entwickele ich ein ganz gutes Gefühl für die verschiedenen Fotolia Käufer und ihre Anforderungen. Immer, wenn ich eine Bildidee habe, frage ich mich, welche Art von Käufer es kaufen würde. Nur, wenn ich mir genügend Anwendungsmöglichkeiten vorstellen kann, produziere ich das Bild.

 
Außerdem sind meine Inspirationsquellen sehr vielfältig. Ich bin sehr neugierig und betrachte die Welt mit offenen Augen. Alltagssituationen, Werbung, Nachrichten, das Internet, Tutorials, Freunde, persönliche Interessen – alles Mögliche kann mich inspirieren. Manchmal fühlt sich das fast wie eine Krankheit an – ich habe den „Fotolia Blick“, ich sehe ständig Gelegenheiten für Fotolia Bilder!


Fotolia: Gibt es Bilder in deinem Fotolia Portfolio, deren Erfolg dich überrascht? Oder welche, bei denen es umgekehrt ist?

Lasse: Natürlich, das hier zum Beispiel. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wo ich diese Textur fotografiert habe, aber ich glaube, im Inneren eines alten Grills, der im Garten meiner Eltern stand. Natürlich fand ich das Motiv interessant, aber ich hätte niemals mit über Tausend Downloads gerechnet.

Andere Bilder bleiben hinter den Erwartungen zurück, zum Beispiel diese Frau, die ich im Studio fotografiert und dann mit Photoshop in die Berglandschaft gesetzt habe. Ich mag die Atmosphäre dieses Bildes sehr und finde auch, man sieht auf den ersten Blick nicht, dass es eine Montage ist. Leider verkauft es sich nicht allzu gut. Vielleicht ist der Wettbewerb bei dieser Art von Bild zu groß, oder das Foto ist einfach nicht so stocktauglich wie ich dachte.

Peak


Fotolia: Was sind deine Lieblingsbilder in deinem Fotolia Portfolio?

Lasse: Grundsätzlich ist mein Lieblingsbild wohl immer mein letzter Upload, weil ich gerade Zeit und Arbeit darin investiert habe. Das hier ist aber einer meiner All-Time-Favourites: Meine Freundin, die über New York City balanciert. Ich liebe den Stil und die Stimmung dieses Bildes.

High Wire

Auch dieses Bild mag ich sehr, es erinnert mich an einen herrlichen Urlaub auf den Malediven im letzten Jahr. Ich habe noch nie so schöne Strände und so klares Wasser gesehen. Das ist das Tolle an meinem Beruf: Ich kann Arbeit und Vergnügen vermischen, ohne Kompromisse einzugehen.

Underwater Sundown


Fotolia: Vielen Dank für deine Zeit, Lasse!

Mehr von Lasses Arbeiten findet ihr in seinem Fotolia Portfolio und auf seiner Website – und auf seiner Facebook Seite erfahrt ihr Neues aus seinem Leben.