Täglich erhalten wir Anrufe von Grafikern, Webdesignern und Agenturen (GWA), die sich fragen, ob sie ein Fotolia-Bild an ihren Kunden “weiterverkaufen” dürfen. Der Weiterverkauf ist zwar vertraglich verboten, aber die meisten Anrufer meinen eigentlich etwas anderes. GWAs sind nämlich unsere Hauptkunden und können die Bilder sehr wohl für einen Kundenauftrag benutzen.

Das genaue rechtliche Setup hängt vom jeweiligen Geschäftsverhältnis mit dem Kunden ab. Es gibt grundsätzlich zwei Konstellationen:
1. Der Kunde kauft das Bild und der GWA benutzt es in seiner Rolle als Erfüllungsgehilfe. Die Nutzungsrechte am Bild liegen beim Kunden. Vorteil für den Kunden – er kann das Bild auch später für andere Zwecke benutzen.
2. Der GWA kauft das Bild, erstellt damit beispielsweise eine Website und verkauft die Nutzungsrechte an der Site (die das Bild enthält) an den Kunden. Vorteil für den GWA – wenn der Kunde das Bild später für andere Zwecke benutzen möchte, dann muss er entweder den GWA mit dem Job beauftragen oder die Lizenz selber bei uns erstehen. Falls später ein anderer Kunde das gleiche Motiv benutzen will, dann sollte die Lizenz bitte noch einmal gekauft werden.
Das Weiterbelasten der Bildkosten ist zumindest in der Form der direkten Weiterberechnung nicht möglich. Der GWA kann aber eine Materialpauschale verlangen bzw. den Bildpreis in seiner Designleistung mitberechnen – mit den marginalen Bildpreisen bei Fotolia könnte man eigentlich sogar ganz davon Abstand nehmen.
Dies gilt übrigens auch für Bildrechercheure, also Menschen, die im Kundenauftrag Bilder suchen. Der Kunde muss die Bilder zumindest nominell kaufen, berechnet wird lediglich die Recherche.
Bilder: Barskaja