Der goldene Schnitt
Wer den goldenen Schnitt "erfunden" hat ist nicht ganz klar. Als ein Maß für harmonische Bildaufteilung gilt er allerdings seit der Antike.
Gewisse Längenverhältnisse der Cheopspyramide stehen auch im goldenen Verhältnis. Doch gibt es keine Erkenntnisse, dass die alten Ägypter den goldenen Schnitt kannten. Als Entdecker wird Hippasos (Pythagoräer) gehandelt allerdings nur weil er als erster eine präzise Definition des goldenen Schnitts gegeben hat.
Andere nennen Eudoxos, was nur beweist, dass man nichts genau beweisen kann. Die erste schriftliche Definition findet man in Euklids "Elementen". Obwohl der goldene Schnitt als das Teilungsverhältnis schlechthin gilt, hat man ihn wohl bei der Untersuchung regulärer Fünfecke entdeckt. Das Verhältnis einer Seite zu einer Diagonalen in einem solchen Fünfeck ist nämlich gerade der goldene Schnitt. Die Konstruktion von Phi mit Zirkel und Lineal ist der erste Schritt zur Konstruktion des regulären Fünfecks.
Es gibt das Gerücht, dass Hippasos, nach der Entdeckung des goldenen Schnitts und damit der Existenz irrationaler Zahlen von seinen pythagoräischen Geheimbundkameraden ins Meer geschubst worden sei.
Für die meisten Fotografen bedeutet dies allerdings, dass Sie das Bild in der Länge und der Höhe durch drei teilen und neun gleich große Dreiecke erhalten. Beim Fotografieren sollte das Hauptelement an der oberen oder unteren waagerechten oder an der rechten oder linken senkrechten Linie stehen.
Der Horizont bei einer Landschaftsaufnahme gehört beispielsweise nicht in die Mitte des Bildes, sondern ins untere oder obere Drittel des Bildes. Personen sollten nicht aus dem Bild heraus-, sondern in das Bild hineinblicken. Wer nach links guckt, sollte im rechten Drittel des Bildes sein und umgekehrt.
© PhotoEuphoria - FOTOLIA