Sony DSC-R1
Ich hab mich gefreut wie ein Kind, als endlich der Kurier an unserer Tür klopfte und mir ein mittelschweres Päckchen in die Hand drückte. In der Kiste befand sich meine neue Sony Cybershot R1.
Vorher hatte ich mich wochenlang mit der Kaufentscheidung herumgeschlagen, Tests gelesen, befreundete Fotografen befragt und Kameras ausprobiert. Ich war mir nicht sicher, ob ich mich für ein Einsteiger SLR Model wie die Canon EOS 350D oder die Nikon D70 entscheiden sollte, oder eben für die Alternative Sony R1. Ich suchte eine SLR-Kamera im Preisbereich unter 1.000 Euro, die über eine gute Optik und das volle Arsenal der manuellen Einstellmöglichkeiten verfügt. Letztendlich hat mich der moderate Preis sowie die exzellente Ausstattung der Sony-Kamera überzeugt. Sie ist die erste Kamera Ihrer Klasse mit APS, großem CMOS-Sensor (10,3MP) und optimal abgestimmtem, fettem Carl Zeiss Objektiv, was eine Brennweite von 24mm-120mm KB erlaubt. Das Objektiv kostet alleine schon soviel wie die ganze Kamera (um die 700 Euro).
Dann war sie endlich da. Schon alleine optisch überzeugt mich die R1. Sie liegt mit Ihrem Gewicht von knapp einem Kilo gut in der Hand. Im inneren des handlichen Griffs befindet sich ein NP-FM50-Akku Lithium Ionen Akku, der genug Saft für 500 Aufnahmen liefert und zwei Slots für Microdrive, Flash Card und Memory Stick. Mit den hinten und an der Seite der Kamera angebrachten Drehrädern, Knöpfen und einem Joystick kann man bequem alle Funktionen bedienen, ohne umständlich durch das Menü navigieren zu müssen. Ungewöhnlich ist der oben angebrachte dreh- und schwenkbare zwei Zoll LCD Monitor. Er ermöglicht Aufnahmen aus extremen Perspektiven. Wenn man das Display nach oben dreht, kann man ähnlich lässig wie mit einer Hasselblad, oder anderen Schachtsucherkameras aus der Hüfte schießen. Dreht man das Display nach innen ist es gut geschützt. Der Farbfinder schaltet sich optional automatisch ein, wenn sich das Auge nähert.
Auch die Bildqualität kann sich sehen lassen. Das hat die R1 dem lichtstarken 21,5 x 14,4 mm großen CMOS-Sensor zu verdanken, der wesentlich größer und lichtstärker ist als der des Vorgängermodels Cybershot 828. Selbst bei einer eingestellten Lichtempfindlichkeit von ISO 3200 produziert die R1 absolut rauschfreie, gestochen scharfe Bilder. Von der Vorderseite betrachtet beeindruckt das fette Carl Zeiss Vario Sonar Objektiv durch seine Größe. Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 67 mm und ermöglicht die Verwendung diverser Filter und Zusatzlinsen. Der Brennweitenbereich von 24-120 mm im Vergleich zu Kleinbild ist ideal für Innenaufnahmen, Landschaftsfotos und Portraits. Zoomfunktion und Schärfe lassen sich überaus komfortabel und präzise über die breiten mit Gummi überzogenen Einstellringe bedienen.
Die R1 hat viele Features die bisher nur bei SLR Kameras zu finden waren, z.B. Langzeitbelichtungsmodus, Gitternetz- und Histogrammanzeige, RAW-Aufnahmemodus, Zebra-Funktion, Belichtungsreihenautomatik, die Weißabgleich-Korrektur und Flimmerreduzierungsfunktion.
Dafür sind einige Gimmicks vom Vorgänger Modell verschwunden. Es gibt keine Infrarot-, Nightshot- oder Nightframing-Funktion mehr. Auch die Movie- und Tonaufnahmemodi wurden weggelassen. Möglicherweise hat Sony mit seiner neue Prosumer- oder Bridge-Kamera stärker den professionellen Bereich anvisiert, und deshalb diese amateurhaften Funktionen weggelassen. Was mich am meisten stört, ist das man im Makrobereich an ein Objekt nicht mehr näher als 30 cm rankommt, bei den Vorgängermodellen konnte man sich noch auf einen Zentimeter nähern.
Insgesamt betrachtet bin ich jedoch sehr zufrieden und glücklich mit meiner neuen Cybershot. Das Design ist wirklich hervorragend, Sie liegt gut in der Hand und vor allem macht das Fotografieren mit dieser Kamera richtig Spaß. Die vielfältigen manuellen Einstellmöglichkeiten erlauben ein maximales Maß an Kreativität. Und das Beste ist, dass die Betrachtung der Bilder sehr viel Freude bereitet. Derart gestochen scharfe und farbtreue Bilder in dieser Qualität gab es in dieser Preisklasse bislang nicht. Wenn ich jetzt nicht hier arbeiten müsste, würde ich sofort rausgehen, und meine 4 Gigabyte Speicherkarte vollballern (800 Aufnahmen im JPG Format). Dittmar hat schon gedroht, die Kamera während der Arbeitszeit wegzusperren, damit ich nicht ständig damit herumfummele … Gruß ins Forum an den shootingsüchtigen Guido-Berlin.
Hier noch ein Bild meiner Tochter Käthe, das ich mit der R1 gemacht habe.