Sony Alpha 100
Es ist allgemein bekannt, das Sony die Fotosparte von Minolta übernommen hat. Daher führte mich mein Weg neulich, als ich mal wieder zu Gast beim Fotodealer meines Vertrauens war, direkt zur Vitrine, in der die Alpha 100 ausgestellt war. Als langjährige Weggefährten seit der SRT 303 haben mir meine Minoltas immer gute Dienste geleistet und es hat sich daher auch jede Menge Zubehör angesammelt, welches man nicht mal eben ersetzen kann, außer man hat einen Sponsor oder ist Millionär. Das eine habe ich nicht, das andere bin ich nicht, von daher also mein Geburtstagsgeschenk an mich: Die A100, wie sie von Sony auch bezeichnet wird, mit der ich mein ganzes Zubehör weiter nutzen kann.
Auch wenn Sony draufsteht, es ist überall die Handschrift von Minolta zu erkennen, die Menüführung, die Bedienung, die Haptik, es war alles vertraut von der Dynax 5D. Das einzige Anzeichen für Sony sind der mitgelieferte Adapter für CF auf den sony-eigenen Memorystick.
Ein großer (23,6x15,8 mm) APS-C Sensor mit 10 MP, ISO-Einstellungen von 100-800, Low- und Highkeyeinstellungen, 6 Motivprogramme, einen
Verwacklungsschutz im Gehäuse, „Super Steady Shot“ genannt, diverse Einstellmöglichkeiten zum Weißabgleich, zum benutzen Farbraum, für Blitzeinstellungen, eine Sensorreinigung, ein 2,5“ großes Display mit 230000 Pixeln und vor allem eine durchdachte und einfache Bedienung, die auch mit Handschuhen möglich sein sollte. Das konnte ich wegen des ausbleibenden Winters aber noch nicht ausprobieren.
Interessante und nützliche Kleinigkeit: die Bildschirmanzeige wandert bei Hochformataufnahmen mit, d.h. die Anzeige wird automatisch gedreht. Es besteht auch die Möglichkeit, sich statt der kompletten Anzeige nur das Wichtigste anzeigen zu lassen- das dafür aber größer.
Als Datenspeicher sind CF-Karten der Baureihen 1 und 2 vorgesehen, mit Adapter können auch Memorysticks verwendet werden. Nach Auskunft meines Dealers sind auch die große CF- Karten (8 und 16 GB) kein Problem. Aus praktischen Erwägungen nehme ich aber lieber mehrere Karten mit geringerer Kapazität. Die Sony schreibt trotz größerer Datenmengen erheblich schneller als die Dynax 5D vorher, mit einer SanDisk Extreme III ist sie kaum zu bremsen. Ich habe die Serienbildfunktion nicht mit der Stoppuhr nachgemessen, aber die Angaben von Sony mit einer Serienbildfolgenrate (ungefähre Maximalanzahl an Bildern pro Sekunde) 3,0 sowie der Anzahl bei Serienbildfolge Max. 6 Bilder (RAW); Max. 3 Bilder (RAW+JPEG); Keine Beschränkung (JPEG L/M/S) glaube ich unbesehen.
Die Bildgröße ist einstellbar auf „L“ (max. Auflösung), „M“ (Ca. 5 MP) und „S“ (ca. 2,5 MP) Ich bin immer mit reichlich Speicherkarten unterwegs und
bin bisher noch nicht in die Verlegenheit gekommen, die Größe herabsetzen zu müssen.
Die Praxis: Eine Einschaltverzögerung gibt es praktisch nicht, würde ich aber bei einer Kamera der neuesten Generation und auch in dieser Preisklasse
nicht akzeptieren. Dazu ein sehr schneller Autofokus auch bei schlechten Lichtverhältnissen,. Die Bilder mit 100 oder 200 ISO haben kein erkennbares
Rauschen, erst ab 400 ISO wird ein leichtes, ab 800 ISO wird ein dann allerdings ein schon sehr deutliches Rauschen sichtbar. Die Korrektur sollte
man dann auch nicht der Kamera überlassen, sondern den Experten wie z.B. Noise-Ninja. Eine Zwischenstufe zwischen 400 und 800 ISO würde ich mir noch wünschen.
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Praxisgerecht ist auch die Anbringung des Gewindes für das Stativ, man kommt bei angebrachtem Stativ trotzdem an die Speicherkarte und an den Akku, das habe ich schon anders gesehen. Der Akku hält lt. Sony über 400 Aufnahmen mit aktiviertem Autofocus und Blitz bei jedem zweiten Bild. Auch diese Zahl kann ich nicht überprüfen, gehe aber auch hier davon aus, das Sony nicht übertreibt, da ich mit der zweiten Akkuladung bin ich bei mittlerweile bei insgesamt über 1000 Bildern, z.T. mit Blitz und der Akku zeigt immer noch „voll“ an. Sollte man trotzdem Bedarf an einem Zweitakku haben, dann muss es im Moment noch ein Original sein, das wird von der Kamera überprüft. Ein baugleicher Akku wird abgewiesen!
Die ersten Kinderkrankheiten sind mit der aktuellen Firmwareversion 1.02 auch behoben. Einzelheiten siehe hier: Aktuelle Firmwareversion: 1.02
Mehr als einen Blick ist auch die mitgelieferte Software wert, sofern man keinen Photoshop sein eigen nennt. Zum einen ein Katalogisierprogramm (Picture Motion Browser), welches durch seine leichte Bedienung und seine Geschwindigkeit einen guten Eindruck hinterlässt, und irgendwie an die vergleichbare Funktion des Organizers von Adobe erinnert, was aber kein Nachteil ist. Weiterhin ein RAW-Bearbeitungsprogramm (Image Converter), welches aber nur mit den Sony-RAWs (Dateikennung ARW) und eben den „handelsüblichen“ Bildformaten (+.jpg, +.tif) zurechtkommt und auch sehr einfach zu bedienen ist. Es steht dem Camera RAW von Adobe in nichts nach. Es ist natürlich keine Alternative zum kompletten PS oder zu „Capture One“, aber „für im Preis enthalten“ recht ordentlich.
Abgesehen von der „Lücke“ zwischen ISO 400 und ISO 800 fehlt mir eigentlich nur ein vernünftiges Handbuch, welches aber heute fast nirgendwo mehr beiliegt. Aber Vorteil eines Stammkunden: „Sony A100 Das Buch zur Kamera“ von Frank Späth aus dem Point-of-Sale Verlag gab es ohne Aufpreis dazu und es ist wirklich empfehlenswert!