Agfa am Abgrund

Der Verkauf der insolventen Agfa-Photo-Gruppe droht auf Grund eines Streits der zwei verbleibenden Interessenten zu scheitern.

Auf der Gläubigerversammlung der Agfa-Photo-Gruppe konnte Insolvenzverwalter A. Ringstmeier am Dienstag keine beschlussfähigen bindenden Angebote von Kaufinteressenten vorlegen.

Im Vorfeld hatte der von der Private-Equity-Gesellschaft Cerberus unterstützte Agfa-Manager Jörk Hebenstreit sein Übernahmeangebot zurückgezogen. Auch die Gespräche mit dem verbleibenden englischen Bieter „Photo Me“ stocken.

Hintergrund ist ein Streit um die Nutzung der Marke „Agfa Photo“, den die belgische Muttergesellschaft Agfa-Gevaert den Erwerbern von Agfa-Photo unentgeltlich gestattet.

Mitarbeiter sehen in Hartmut Emans, dem Hauptgesellschafter der bisher von der Insolvenz nicht betroffenen Agfa-Photo-Holding, den Hauptschuldigen. Emans verlangt für die Weitergabe der Markenrechte einen zweistelligen Millionenbetrag und ist bisher nicht bereit einzulenken.

Weiterer Interessent, allerdings nur für die Produktion von Laborgeräten, mit 60 Mitarbeitern, ist der japanischen Fuji-Konzern.

Sollten die Gespräche mit Photo-Me scheitern, will Ringstmeier Gespräche mit Bietern aufnehmen, die wie Fuji lediglich an der Übernahme von einzelnen Aktivitäten der Agfa-Photo-Gruppe interessiert sind.
Zu den Hintergründen der Insolvenz sagte Ringstmeier: „Die Hoffnungen auf eine Wende im Laborgeräte-Geschäft haben sich nicht erfüllt, der Markt für Filme und Fotopapier ist im ersten Quartal 2005 zusammengebrochen.“

Mit Agfa würde ein weiteres europäisches Traditionsunternehmen der Photobranche vom Markt verschwinden. Wir halten Sie über den Verlauf auf dem Laufenden.

Posté par Mark à 16:00, Oktober 13 2005