Andres Rodriguez
Andres Rodriguez - Künstlername Andrsr - ist der erste Fotograf der bei Fotolia den Goldstatus erreicht. Wir freuen uns besonders, da Andres zu unseren Fotografen der ersten Stunde gehört und immer wieder durch besonders intelligente Motivauswahl auffällt. Unser amerikanischer Kollege Chad Bridwell hat sich aus diesem Anlass mit Andres Rodriguez getroffen und dieses Interview mit ihm geführt:
Seit wann fotografierst du, Andres?
Ich habe mich schon immer für Fotografie interessiert. Mein Vater ist Kunstmaler, so dass ich nah an der Materie aufgewachsen bin. Mit 14 kaufte ich mir eine kleine Billigkamera mit der ich alles und jeden fotografiert habe. Zu Beginn der digitalen Ära erstand ich zuerst eine 2 MP Kompaktkamera, dann ein mit 3 MP, dann ein paar Jahre später eine mit 5 MP.
Im November 2005 stieß ich dann im Internet auf ein paar Stocksites, auf denen ich meine Bilder anbieten konnte. Nachdem ich die besten 2000 Bilder hochgeladen hatte, wurde mir bewusst, dass ich ein Zukunft in der Stockfotografie hatte. Also beschloss ich, ernst zu machen und kaufte meine erste DSLR-Kamera und das Buch „Understanding Exposure“. Seitdem lerne ich und versuche, noch besser zu werden, indem ich herumexperimentiere und mir Konzepte ausdenke, die sich als Stock gut verkaufen könnten.
Nach 18 Monaten war ich dann ein Stockfotograf mit Vollzeitbeschäftigung und es macht mir wirklich Spaß.
Hast du eine fotografische Ausbildung? Was ist dein beruflicher Hintergrund?
Ich habe keine fotografische Ausbildung, allerdings wende ich das an, was ich als Designer gelernt habe. Ich beschäftige mich seit 1997 mit Design, als ich erst ein Art & Design Grunddiplom absolvierte und dann Produktdesign und Multimedia-Techologie studiert habe.
Seit drei Jahren arbeite ich als Webdesigner und Grafiker. Dadurch weiß ich, was Designer wollen, was mir wiederum bei der Motivauswahl hilft.
Bist du Engländer?
Nein ich wurde in Bogota in Kolumbien geboren. Ich bin erst mit 18 nach England gekommen und da lebe ich jetzt seit 18 Jahren. Ich habe ein Appartement, in dem ich auch meine Models und Objekte fotografiere.
Kolumbien wird immer meine Heimat bleiben, weil ich dort aufgewachsen bin. In England habe ich mich persönlich weiter entwickelt und ich mag England. Doch vergesse ich niemals meine Familie, meine Freunde, das Essen, die warmherzigen Menschen und natürlich die wunderbare Landschaft - die Gipfel der Anden, die karibischen Strände, der raue Pazifik, das Abenteuer verheißende Amazonasbecken und das kosmopolite Bogota.
Und deine Familie?
Meine Frau arbeitet als Lehrerein. Sie hat mich in meinem Stockfoto-Abenteuer von Anfang an unterstützt. Sie ist mein Lieblingsmodel und meine beste Assistentin.
Meine Eltern Leben in Bogota. Mein Vater ist Künstler und meine Mutter besitzt eine Möbelfabrik. Ich habe zwei wunderschöne Schwestern im Alter von 21 und 16, die man auch in meine Portfolio finden kann.
Was ist dein Lieblingsmotiv – privat und als Profi?
Menschen und noch mal Menschen. Ich liebe es, Bilder von den Models zu machen, auf denen Sie sich selbst gefallen, so dass alle mein Studio glücklich verlassen. Die Shoots machen mir besonders viel Freude, weil ich mich stets mit den Models anfreunde und wir die zwei Stunden im Studio eigentlich nur quatschen und lachen.
Arbeitest du mit professionellen Models? Freunden? Fremden? Wie bekommst du deine Modelfreigaben?
Ich arbeite am liebsten mit Freunden, weil sich das entgegen gebrachte Vertrauen und die persönliche Nähe auch in den Aufnahmen wieder spiegelt. Man muss sich vorher mit den Menschen auseinander setzen, ihnen erklären, was Stockfotografie bedeutet, was du mit den Bildern machen wirst und so weiter, so dass sie wirklich wissen, was los ist. Es macht überhaupt nichts, wenn die Leute, die man ansprichst, noch keine Erfahrung als Model haben. Man kann sie freundlich instruieren und das Ergebnis wird genau so gut, wenn nicht besser als mit einem Profi-Model. Sie müssen auch nicht extrem gut aussehen. Das spielt bei Stockfotografie keine Rolle. Normale Menschen verkaufen im Stockbereich genau so viel wie Topmodels. Man sollte nur für das jeweilige Model die passende Motividee finden.
Ich erkläre immer, warum ich die Model-Freigabe benötige und bislang gab es noch keine Beanstandungen. Viele Fotografenkollegen scheuen sich, jemanden anzusprechen, aber in Wirklichkeit wollen 99,9% der Leute gerne schöne Fotos von sich. Frag einfach alle, die du kennst, das schlimmste, was dir passieren wird, ist dass jemand „Nein, danke!“ sagt
Deine Bilder scheinen sehr gut vorbereitet zu sein. Wie machst du das?
Ich bediene mich hierfür komplexerer Prozesse, als man zuerst annehmen würde.
* a)Recherche und Kreativität:
Der wichtigste Schritt im Kreativprozess besteht aus Recherche und Brainstorming. Ich schneide immer Bilder aus Zeitschriften aus und bookmarke über Monate Webseiten. Ich sammle dabei Bilder, die gute und vermarktbare Konzepte repräsentieren. Ich notiere mir, warum ich sie mag und wie man die vermittelte Botschaft noch optimieren kann. Dann mache ich Skizzen, wie ich dieses Konzept in Szene setzen könnte.
* b) Die Aufnahme:
Für jede Aufnahme male oder schreibe ich die Idee vorher auf. Ich sorge dafür dass sich das Model wohl fühlt und informiere es minutiös über die weitere Vorgehensweise. Ich versuche, jede Idee aus allen erdenklichen Winkeln aufgenommen zu haben, so dass ich für die späteren Arbeitsschritte auf eine gute Grundlage zurück greifen kann.
* c) Post-Bearbeitung:
Ich spiele gerne mit Photoshop rum. Hier bekommen meine Bilder ihren letzten Schliff. Manche meiner Konzepte kann man nicht im echten Leben realisieren, also benutze ich Photoshop als Kompositions-Tool und, um die Fotos zu optimieren. Ich überschreite regelmäßig kreative Grenzen, wenn ich mit Größe, Farben und Dimensionen spiele.
Was hältst du von der Stockindustrie? Was sind die aktuellen Trends?
Ich habe bislang noch keine Erfahrungen mit traditionellen Stockagenturen und ich werde auch niemals welche haben. Die neuen Stockarchive, die sich gerade im Aufbau befinden, machen wirklich Spaß, weil ständig was los ist. Sie werden die Industrie verändern und haben das teilweise bereits erreicht. Ich bin diesen Firmen dankbar, dass sie mir die Türen geöffnet und somit eine aufregende, neue Karriere ermöglichen.
Mir gefällt auch, dass die Bilder weltweit verkauft werden und man keinerlei geografischer Grenzen unterliegt. Man kann arbeiten, wo immer man auf dem Globus eine Internetverbindung bekommt. Die Internet-Ära hat die Stockindustrie verändert und Websites wie Fotolia haben dies erkannt.
Du bist der erste Fotograf, der bei Fotolia den Goldrang erreicht. Ws ist das Geheimnis deines Erfolgs?
Gute Bildqualität und angemessenes Kategorisieren und Verschlagworten machen sich bezahlt. Ich habe meinen eigenen Stil entwickelt und die Kunden wissen, dass sie von mir Qualität erwarten können.
Erzähl uns bitte über deine Erfahrungen mit Fotolia. Wie bist du zu uns gekommen? Warum hast du dich entschlossen, Mitglied zu werden. Was gefällt dir besonders gut?
Ich wurde Fotolia-Mitglied aufgrund einer Einladung per E-Mail. Ich erhalte wöchentlich mehrere solcher Einladungen, gucke mir dann immer die Seiten an, kann mich aber nur überaus selten dazu durchringen, Material hoch zu laden. Mit Fotolia war das anders. Von Anfang an sah ich die Professionalität, die hinter der Seite steckt, und auch ihr Potential. Man muss sich mal vor Augen führen, dass die in wenigen Monaten mehr erreicht haben als andere in Jahren.
Die Hauptvorteile von Fotolia sind die Professionalität und Freundlichkeit der Mitarbeiter (Danke Andres! Dittmar & Martin), die weltweite Präsenz mit übersetzen Keywords, die hübsche und simple Bedienungsoberfläche sowie die ausgewogene Balance zwischen Quantität und Qualität
Bitte erzähle und von deiner Ausrüstung und deinen Arbeitsschritten.
Canon 5D
24-105mm L IS Canon Objektiv
Elinchrom Blitzlicht mit kabellosem Auslöser
Reflektoren, Schirme etc …
Eine handliche 8MP Kompaktkamera von Sony, die ich immer für alle Fälle dabei habe.
Zuerst mache ich Aufnahmen im Raw- oder Jpeg-Format. Studioaufnahmen bearbeite ich immer nach, um die Haut zu glätten, Make-Up-Farben aufzufrischen und kleine Fehler zu korrigieren. Manchmal gleiche ich lediglich die Ebenen- und Farbeinstellungen an.
Wenn das Jpeg dann bereit zum Upload ist, verschlagworte ich das Bild und mache Sicherungskopien des Originals und der nachbearbeiteten Tiff-Datei.
Schließlich lade ich die Fotos in 20er bis 40er Stapeln hoch.
Was würdest du Neueinsteigern empfehlen?
Erst einmal das Stockkonzept verstehen, viel Zeit mit Recherche verbringen und auf keinen Fall das schnelle Geld erwarten. Wie in jeder anderen Industrie auch muss man bereits sein, viel Zeit und Mühe aufzuwenden, um Erfolg zu haben. Entwickle deinen eigenen Stil, sieh dir andere Bilder an, aber vermeide es Bilder zu kopieren, die bereits Topseller sind, denn das ist reine Zeitverschwendung. Originalität und Vorstellungskraft sind deine wertvollsten Werkzeuge. Also nimm sie in die Hand und mach dich auf den Weg an die Spitze.
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Kommentare
Andres Rodriguez ist ein Phanomän und ich beglückwünsche ihn für sein profesionelles und erfolgreiches Arbeiten. Ich würde mir wünschen, dasss weitere, ähnliche Interviews folgen. MfG rei.sester
Geposted von rei. sester am 10:53, Dezember 28 2006
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Falls dieses Ihr erster Kommentar sein sollte, muss er vor der Veröffentlichung von Fotolia freigegeben werden. Vielen Dank für Ihre Geduld.

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