Informationen für Neueinsteiger
Es gibt mittlerweile einige Bücher zum Thema „Stockfotografie“, von denen ich mir einige auch näher angeguckt habe. Allen ist gemeinsam, dass sie für den gebotenen Inhalt zu teuer sind. Dazu kommt, dass sie doch sehr oberflächlich sind. Bei eigentlich fast jeder Bildagentur gibt es einen Leitfaden, Handbuch (Guide) oder wie immer es bezeichnet wird. Diese sind inhaltlich mindestens genau so gut, enthalten nicht soviel Geschwafel um Seiten zu füllen und kosten nur die Downloadzeit. Die wichtigsten Fragen zum Einstieg bei Fotolia seien hier mal aufgeführt:
Welche Motive soll ich hochladen?
Prinzipiell alle, bei denen Verkaufspotential besteht. Wenn einem also eine oder mehrere Branchen sowie einige Verwendungszwecke einfallen (die aber einfallsreicher als Postkarten oder Reiseveranstalterprospekte sein sollten), dann lohnt sich das Hochladen unter Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte. Nicht benötigt werden Bilder von Haustieren oder Sonnenuntergängen, davon gibt es bereits mehr als genug. Auch Blumenfotos gibt es reichlich, eingereichte Werke sollten dann doch bedeutend besser sein als bereits vorhandene Fotos. Oft angeguckt aber wenig verkauft werden Aktfotos. Grundsätzlich gilt es, eigene Ideen zu entwickeln und nicht einfach andere nachahmen.
In welcher Qualität müssen die Bilder sein?
Fotolia akzeptiert Bilder ab 4 Megapixeln als untere Grenze. Die Bilder müssen im RGB- oder Adobe Farbraum vorliegen sowie technisch einwandfrei sein. Technisch einwandfrei bedeutet, dass die Bilder nicht nur am Kamerabildschirm begutachtet und direkt von der Speicherkarte hochgeladen werden sollen, sondern zu Hause am Bildschirm (vorzugsweise kalibriert) ernsthaft und selbstkritisch (!) in der 100%-Ansicht kontrolliert werden auf:
- Unschärfe
- Bildrauschen
- Farbverläufe
- Lichtflecke vom Objektiv
- „ausgefressene“ oder zu dunkle Bildpartien
- Gerader Horizont
- stürzende Linien
- Sensorflecken (bei DSLRs)
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Für viele mag das aufgrund ihres eigenen Anspruchs selbstverständlich sein, aber ich durfte mal sehen, was an Bildern so eingereicht wird - das Ergebnis war erschreckend. Es kann und wird immer mal wieder vorkommen, dass ein solch unzulängliches Bild einem Selektoren durchrutscht, das bedeutet aber nicht, dass solche Bilder nun auch eingereicht werden sollen. Selbst wenn das Bild versehentlich akzeptiert wurde ist es deshalb noch lange nicht verkauft.
Das Interpolieren von Bildern zum Erreichen einer größeren Bildgröße und damit einer teureren Lizenz ist verboten. Wer dabei erwischt wird, wird seitens Fotolia ausgeschlossen. Das gilt auch, wenn ein bereits abgelehntes Bild erneut eingereicht wird, ausgenommen sind überarbeitete Bilder, bei denen evtl. Fehler beseitigt wurden.
Gerade das Bildrauschen ist bei den modernen kleinen Kameras mit ihren 10,12 oder noch mehr Megapixeln auf den winzigen Chips quasi eingebaut. Es gibt neue Kameras, denen in Testberichten schon bei 80 ISO Empfindlichkeit ein störendes Bildrauschen attestiert wird. Vernachlässigbar ist das Thema bis 400 ISO bei den DSLRs ab Modelljahr 2008.
Wie lange dauert die Selektion?
Nach dem Hochladen sind die Bilder/Grafiken mit einem blau-weißen Pfeil-Icon versehen, welcher bedeutet, dass die Bilder noch nicht bearbeitet wurden. Das bedeutet, sie müssen- sofern noch nicht via IPTC geschehen- mit Suchworten versehen werden, sie sollten den Kategorien zugeordnet werden und nach der Annahme des Vertrages wird dann ein gelber Button hinter den Bildern sichtbar. Dieser bedeutet, dass sich die Bilder in der Selektion befinden. Die Selektion dauert im Durchschnitt ca. 3 Tage, kann aber durch ein hohes Aufkomen an eingereichten Bildern oder auch urlaubsbedingt mal länger dauern. Nach der Selektion gibt es dann entweder wieder den bekannten Pfeil, welcher dann bedeutet, da an dem Bild etwas nachbearbeitet werden oder aber ein Release nachgereicht werden muss. Ist der Button rot, dann wurde das Bild abgelehnt. Einzelheiten sind den Benachrichtigungen entweder per Mail oder im Mitgliedsbereich zu entnehmen. Ein grüner Button bedeutet, das das Bild akzeptiert und in die Datenbank übernommen wurde.
Wie soll ich die Bilder verschlagworten?
In der jeweiligen Landessprache des Landes, bei dem man sich bei Fotolia angemeldet hat. Bei de.fotolia.com also in Deutsch. Das lässt sich in Absprache mit dem Support auch ändern, so dass man z.B. in Englisch verschlagworten kann. Übersetzungen in andere Sprachen werden maschinell vorgenommen. Pflicht sind mindestens 7 Suchbegriffe, mehr schadet nichts.
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Was hat es mit dem "Model und Property Release" auf sich?
Fotos, auf denen Personen erkennbar abgebildet sind, benötigen die schriftliche Einverständnis der abgebildeten Person/en, das sog. Modelrelease. Da Fotolia weltweit die Bilder anbietet, wird das umfangreichste und strengste Gesetz als Maßstab genommen, meistens das amerikanische. D.h., dass man z.B. bei einem Gruppenfoto von allen Personen das Release benötigt.
Prinzipiell gleich ist es bei klar wiedererkennbaren Gegenständen und Gebäuden, die zum Teil als Kunstwerk geschützt sind. Auch Fotos, die auf privatem Grund und Boden entstehen, benötigen ein Property Release. So gut wie alle Schlossgärten und Zoologischen Gärten sind (rechtlich gesehen) privater Grund, so dass man für Fotos von dort ein entsprechendes Release benötigt.
Es gibt hier keine einheitliche Rechtsprechung, nur soviel ist klar: ALLE Rechte am Bild müssen beim Fotografen liegen, dieser ist im Zweifel der Dumme und darf zahlen.
Wie lange dauert es, bis ich mein erstes Bild verkaufe?
Hier gibt es keine feste Regel. Das kann u.U. nur Tage dauern, aber auch Monate oder es klappt auch gar nicht. Das hängt vom Motiv ab, wie stark dort die Konkurrenz ist, von der Verschlagwortung, von der Einordnung in die entsprechenden Kategorien und auch davon, wie viele Bilder man im Portfolio hat, damit man überhaupt gefunden wird. Technisch schlechte Fotos, die den Selektoren durchgerutscht sind, werden aber trotz aller Mühe keine Käufer finden, da es in allen Bereichen viel Konkurrenz gibt.
Zu welchen Preisen werden meine Fotos verkauft?
Das ist abhängig davon, ob das Foto oder die Grafik exklusiv (d.h. ausschließlich bei Fotolia) angeboten wird, von der Größe des Bildes in MP sowie vom Status des Fotografen. Der Anteil des Künstlers beginnt bei 33% bei nicht-exklusiv und unter 100 Verkäufen, 50% sind es bei exklusiv von Fotolia vermarkteten Werken. Der Anteil steigt bei zunehmender Anzahl der Verkäufe. Ab dem Status „Bronze“ (= mindestens 100 Verkäufe) und jeder weiteren Stufe auf der Fotolia-Erfolgsleiter dürfen die Preise für exklusiv angebotene Bilder angehoben werden und der Anteil an den Erlösen für den Fotografen steigt..
Darf ich meine Fotos auch woanders anbieten?
Ja, das ist dann nicht-exklusiv mit einem niedrigeren Anteil des Erlöses für die Fotografen. Siehe bei „Zu welchen Preisen werden meine Fotos verkauft?“
Was sind die IPTC-Daten?
Verschiedene Informationen können den JPG-Dateien gleich mit auf den Weg gegeben werden, wie z.B. die sog. „Keywords“ (=Suchbegriffe). Diese Daten werden am eigenen PC bei der Bildbearbeitung mit eingegeben, hoch geladen und von Fotolia ausgelesen, so dass man diese Daten nach dem Hochladen nicht mehr bearbeiten muss - aber kontrollieren und ggf. korrigieren schadet nichts. Bei Photoshop bzw. Photoshop Elements (ab Version 6) findet man den entsprechenden Menüpunkt unter „Dateiinformationen“. Andere Bildbearbeitungsprogramme haben eine ähnliche Funktion. An Freeware gibt es dazu u.a. Microsofts „Photoinfo“ (nur auf englisch), welches in den Windows-Explorer eingebunden wird, den „Exifer“, XN-View, Irfan-View und bestimmt noch einige andere.
Kann ich eingescannte Fotos einreichen?
Scans von Negativen und Dias mit einem speziellem Dia-bzw. Negativscanner und vernünftiger Nachbearbeitung haben durchaus eine Chance. Scans von Papierbildern dürften aussichtslos sein, außer vielleicht historisch interessante Aufnahmen, bei denen aber die rechtliche Seite u.U. schwierig zu klären ist. (z.B. wer ist der Rechtsnachfolger eines evtl. verstorbenen Fotografen?)
Text von Meikel "die Lokomotive" Neuhauß
Bilder von Sascha Jung, Jacek Chabraszewski und Diana Drubig
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Kommentare
Hallo, als Einsteiger ist der Artikel wirklich sehr interessant. Das Projekt ist insgesamt sehr anspruchsvoll. Hier sind wohl ehr Profis am Werk, die ihr Handwerk verstehen und damit Ihr Geld verdienen. Gern möchte ich als "blutiger" Amateur einen Versuch starten. Dazu werde ich ein paar Bilder vorbereiten und versuchen meine ausgewählten Bilder bald hoch zu laden!
Danke sagt Klaus Schön
Geposted von Klaus Schön am 22:02, November 10 2008
Eine Frage: Hier lese ich, man sollte die Keywords für die Verschlagwortung in der Landessprache - in meinem Fall Deutsch - formulieren. Ich möchte aber auch von ausländischen Fotolia-Kunden gefunden werden, daher will ich auch und vor allem englische "Tags" benutzen. Was tun?
Geposted von Eichhammer am 11:25, Februar 26 2009
Hallo,
darf ich Bilder von verstorbenen Personen einreichen? Was muß da beachtet werden?
Gibt es dafür eine Modelrelease?
Vielen Dank
Ralf Dornheim
Geposted von Ralf Dornheim am 14:25, April 19 2009
Ihr Kommentar
Falls dieses Ihr erster Kommentar sein sollte, muss er vor der Veröffentlichung von Fotolia freigegeben werden. Vielen Dank für Ihre Geduld.

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