DOCMA Workshop: "Intelligente Schärfe" - Christoph Künne

Intelligente Schärfe von Christoph Künne

Heute gehts um nochmal um Schärfe - um Intelligente Schärfe!

„Schärfe“ steht für eine Wahrnehmungs-empfindung, die hauptsächlich auf Kontrast und Auflösung beruht. Wir empfinden ein Bild als scharf, wenn wir dort feinste Details ebenso erkennen wie klar voneinander getrennte Strukturen. Ursachen für Unschärfe können neben einer fehlerhaften Fokussierung, einem grobkörnigen Film vor allem schlechte Lichtverhältnisse oder Umwelteinflüsse wie Luftflimmern sein.




In der digitalen Fotografie kommt noch ein weiterer, technisch bedingter Aspekt hinzu: Die Bildinformation eines digital erzeugten Fotos ist wegen der Konstruktion des CMOS-Chips zu zwei Dritteln interpoliert.

Bei dieser Berechnung treten automatisch Weichzeichnungseffekte auf, die im Normalfall durch die interne Schärfung der Kamerasoftware ausgeglichen werden. Allerdings ist dieser Ausgleich nicht bei jedem Motiv optimal, so dass man möglichst auf eine kamerainterne Schärfung verzichten sollte.

sharp2-thumb.jpg

In Photoshop erzielte man bi vor einigen Versionen die hochwertigsten Schärfungen mit dem Filter "Unscharf maskieren". Damit die Bilder scharf, aber nicht geschärft aussehen, muss man damit jedoch ziemlich tricksen. "Smart sharpen" auf deutsch mit „Selektiver Scharfzeichner“ treffender übersetzt – verspricht noch bessere Ergebnisse. In der "Basic"-Einstellung findet sich hier neben den aus der Unscharf-Maskierung bekannten Reglern für Stärke (Amount) und Radius drei Arten der Scharfzeichnung. Erstens die bekannte Unscharfmaskierung nach der Gaußschen Normalverteilung. Zweites eine Schärfungsmethode, die Objektivunschärfen ausgleicht und drittens eine weitere Variante, mit der Sie auch Bewegungsunschärfen ausgleichen können. Hierbei gibt es auch eine Einstellung, mit der Sie die Bewegungsrichtung des unscharfen Bildelements einstellen. Im "Advanced"-Modus für Fortgeschrittene lässt sich die Wirkung des Nachschärfens in den Schatten und Lichten sehr kontrolliert reduzieren. So vermeidet man zum Beispiel Halo-Effekte an Kontrastkanten ebenso wie durch die Schärfung zulaufende Tiefen. Diese Schärfebegrenzer halten das, was der Schwellenwert im Gaußschen Weichzeichner verspricht. Doch hat der Luxus seinen Preis - bei einem sechs Megapixel Bild im Modus "Lens Blur" sind selbst zwei Prozessoren für eine merkliche Weile vollauf beschäftigt.

Übrigens, das verwendete Foto "holzhaus" von Sandra Zuerlein finet ihr hier.

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Geposted von murat am 17:45, September 7 2009

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