Schaut man sich einige Composing und kreative Bildbearbeitungen von Fotografien an, die in Photoshop erstellt worden sind, so fällt manches Mal bei genauerer Betrachtung auf, dass dort auch spezielle Pinsel bzw. Pinselspitzen zum Einsatz kamen. Zwar bietet Photoshop bereits von Hause aus ein Vielzahl verschiedener Pinselspitzen an, aber gerade wenn es um ausgefallenere oder besondere Spitzen geht, ist hier meist schnell ein Ende in Sicht. Oft wird mir die Frage gestellt, wo man den nun solche Pinselspitzen oder auch »Brushes« bekommen kann. Nun, in den letzten Jahren hat Photoshop geradezu einen Boom erlebt und so blieb es auch nicht aus, dass viele Anwender Ihre eigenen Brushes zum Kauf angeboten haben oder viele diese kleinen Helferlein auch einfach kostenfrei zur Verfügung stellten. Wer es aber so richtig individuell haben möchte, der kann sich ganz einfach seine eigenen Pinselspitzen gestalten.

Es kann praktisch alles als Pinselspitze verwendet werden, was in digitaler Form als Vorlage existiert. Also beispielsweise Teile einer Fotografie, ein Scan oder auch Illustrationen, um nur einen Teil der Möglichkeiten zu benennen. Da aber nicht jeder mit Scanner oder Fotokamera ausgestattet ist, oder einfach insgesamt weniger Aufwand betreiben möchte, der kann sich hier auch ganz einfach bei Fotolia bedienen und aus vorhandenen Bildern eigenen Brushes erstellen. In diesem aktuellen Photoshop Quick-Tipp werde ich Ihnen jetzt zeigen, wie Sie in wenigen Schritten Ihre erste eigene Pinselspitze gestalten können. Los geht‘s!

Sehr beliebt sind Pinselspitzen, die Spritzer von Farbe oder Tropfenformen zeigen. Um solch einen »Splash Brush« zu erstellen, benötigen wir eine passende Vorlage. Ich habe hier einfach den Begriff »Wasserfarben« im Suchfeld der Fotolia Webseite eingegeben und mich für das Bild »Set of watercolor blobs © Pupkis #35446723« ausgesucht.

Set of watercolor blobs © Pupkis

 

Suchen wir uns jetzt einen Klecks aus der uns am Besten gefällt und wählen diesen ganz einfach mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug aus. Natürlich können Sie hier auch mit dem Lasso-Werkzeug oder ähnlichem arbeiten. In diesem Fall geht das auf diesem Wege aber am schnellsten.

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Mit dem Tastaturkürzel STRG + C oder über BEARBEITEN > KOPIEREN kopieren wir uns nun diesen Wasserfarbenklecks in die Zwischenablage. Um unseren Klecks in einen Brush umwandeln zu können, benötigen wir nun eine neues Dokument. Über DATEI > NEU > DOKUMENT oder alternativ mit dem Schortcut STRG + N öffnen wir das Dialogfenster NEU und benennen das Dokument mit »Splash_Brush«. Die Breite und Höhe legen wir mit 2500 Pixel fest, die Auflösung belassen wir bei 300 Pixel/Zoll und den Farbmodus stellen wir auf Graustufen. Mit einem Klick auf OK ist das Dokument erstellt.

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Jetzt fügen wir über STRG + V unseren kopierten Wasserfarbenklecks in das Dokument ein. Die Ebene 0 ist aktuell noch angeschlossen, aber das können Sie leicht ändern. Halten Sie einfach die ALT Taste gedrückt und ziehen sie das Schlosssymbol ganz einfach auf das kleine Mülleimer Icon im Fußbereich der Ebenenpalette. Die Ebene mit dem Splash/Klecks benennen wir um in »Splash«.

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Bei Bedarf können wir jetzt beispielsweise den Klecks noch über eine Tonwertkorrektur ein wenig optimieren, bis uns das Ergebnis gefällt. Die Hauptarbeit ist damit auch schon getan. Im nächsten Schritt geht es also quasi schon auf die Zielgerade. Dazu gehen wir nun auf BEARBEITEN > PINSELVORGABE FESTLEGEN und es öffnet sich das Dialogfenster Name des Pinsels. Hier gebe ich nun einfach den Namen Splash_Brush ein und bestätige die Eingabe mit einem Klick auf OK.

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Sie haben damit Ihre erste eigene Pinselspitze erstellt! Wenn Sie jetzt beispielsweise das Pinsel Werkzeug aufrufen und dann das Dropdown Menü der Pinselvorgaben am oberen Rand des Arbeitsbereiches herausklappen, sehen Sie nun an letzter Stelle den von Ihnen gespeicherten Brush. Er steht nun ab sofort zur Verwendung bereit und Sie können Ihrer Kreativität in der Benutzung freien Lauf lassen. Denken Sie auch daran die Pinseloptionen wie die Formeigenschaften oder die Streuung zu verändern und experimentieren Sie einfach frei herum. Ohne Probleme können Sie so eigene abstrakte Hintergründe gestalten und für Ihre weitere Arbeit nutzen. Viel Spaß beim Ausprobieren dieses Quick-Tipps und bis bald!

 

 

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Dieses Photoshop Tutorial stammt Armin ‘Colurz’ Böttigheimer vom COLURZblog. Schaut euch mal die Website an. Der COLURZblog bietet klasse Content, Stories und Tutorials rund um die Themen Fotografie, Photoshop und Design. Armin bzw. COLURZ findet ihr im Web, bei Facebook und bei Twitter unter @Colurzblog bzw. @Colurz in Englisch