Doc Baumann nimmt sich in seiner Photoshop-Sprechstunde der Themen an, die seinen Patienten am Herzen liegen.
Ostern steht vor der Tür. Womöglich auf der Suche nach einer originellen Geschenkidee wendet sich DOCMA-Leser Yörk vertrauensvoll an den Doc Baumann. Er will wissen, wie man ein Schokohasen-Gesicht in das einer Person verwandelt.
Stets um das Wohlbefinden seiner Patienten bemüht liefert der Doch in der aktuellen DOCMA-Ausgabe Nummer 45 (3-2012) einen Rundum-sorglos-Workshop, der sowohl für Oster-, als auch für Weihnachts-Patienten eingesetzt werden kann.
Am Beispiel des Bildes #30820780 von Stefan Körber erklärt Doc Baumann auf leicht nachvollziehbare Weise, wie man Gesichter in Schokolade gießt. Viel Spaß beim Nachbauen!
Tutorial / Workshop: Schokohasen-Gesicht
FRAGE: Sehr geehrte Docma-Redaktion, ich habe einen großen Wunsch fürs nächste Heft: einen Workshop über Schokoladen-Osterhasen. Und zwar dazu, wie man Schokohasen-Gesichter in die von Personen verwandelt. In ähnlichem Stil wie der so perfekt gelungene Roberto-Blanko-Osterhase in der Hörzu-Ausgabe von Ostern 2000. Ich hatte dieses Bild damals eingescannt und hänge es Ihnen an. Das sollte doch auch mit einer hellhäutigen Person möglich sein – ohne auf weiße Schokolade wechseln zu müssen, versteht sich. Gruß, Yörk Löffler
ANTWORT: Ja, an den Roberto-Blanko-Osterhasen erinnere ich mich gut; das Titelbild hatte ich damals als perfekte Montage vorgestellt. In diesem kleinen Workshop verwende ich jahreszeiten- und festtags- neutral einen Schoko-Teddy; das Verfahren lässt sich dann bei Bedarf auf Hasen, Weihnachtsmänner oder was auch immer übertragen.
Bild [1] zeigt die verwendeten Fotos: den Schoko-Bären, ein Porträt sowie eine Tafel weiße Schokolade. In Schritt [2] stellen Sie zunächst den Kopf frei, skalieren ihn passend zu den Proportionen, spiegeln ihn gegebenenfalls wegen der Lichtrichtung und positionieren ihn; die hier störenden Haare werden wegretuschiert [2 A]. Ein entsättigtes Ebenenduplikat [2 B] duplizieren Sie erneut und behandeln es so, dass alle Helligkeitsmodulationen, die sich aus der Färbung ergeben – statt aus den Beleuchtungsbedingungen –, mit dem Stempel übermalt werden (etwa Iris oder Augenbrauen) [2 C]. (Dazu ausführlich DocMa 14, S. 22 ff.) Um störende Details wie kleine Falten, Bartstoppeln usw. zu entfernen, wenden Sie » Filter > Weichzeichner > Matter machen« mit zum jeweiligen Foto passenden Werten an; das bewahrt harte Konturen [2 D].
Nun ist das Gesicht allerdings zu weich [3 A]. Weisen Sie der ebene eine ebenenmaske zu und über- malen Sie dort alle relevanten Konturen (Augen, Nase, Mund) mit grauen Pinselstrichen, um die Ebene darunter [2 C] halb einzublenden [3 B]. Überlagern Sie eine als Schnittmaske gruppierte Ebene mit einem Ausschnitt der weißen Schokolade im Modus »Farbe«; sie wirkt sich nun ausschließlich über den Pixeln der Ebene darunter aus [3 C].
Der Schokoladencharakter ist nun zwar zu erahnen [4 A] – es fehlt aber noch der Glanz. Duplizieren Sie die in [2 D] wiedergegebenen ebene und schieben Sie sie ganz nach oben. erzeugen Sie eine »Schwellenwert«-Einstellungsebene als Schnittmaske und verschieben Sie den Regler so, bis helle Flächen entstehen, die als Glanzlichter geeignet sind [4 B]. Wenden Sie den »Gaußschen Weichzeichner« an [4 C] und setzen Sie die Ebene auf »Negativ multiplizieren« [4D]. Retuschieren Sie gegegebenenfalls auf einer weiteren – als Schnittmaske gruppierten – Ebene, um die Form der Glanzlichter ihren Vorstellungen anzupassen und um weitere Eingriffe vorzunehmen [4 E].
Die genaue Vorgehensweise hängt ohnehin immer von den Merkmalen des Porträts ab, das Sie für ihre Zwecke verwenden. In Schritt [5 B] zum Beispiel wurde der Kopf per »Unscharf maskieren: 300/10/6« geschärft, ergänzt um »Rauschen hinzufügen: 3«. Die zu dunklen Stellen hellen Sie auf, indem Sie unter »Tonwertkorrektur« den Gamma-Regler von »Tonwertspreizung« ein wenig, den Schwarzpunkt-Regler von »Tonwertumfang« weiter nach rechts schieben. Nach ein paar weiteren leichten Farbänderungen und Retuschen ist der Kopf aus weißer Schokolade fertig [5 D].
Um daraus braune Schokolade zu machen, suchen Sie zunächst einen passenden Ton aus dem Originalfoto [1, links]. Aktivieren Sie eine der Kopfebenen durch anklicken mit gedrückter Strg-/ Befehlstaste und füllen Sie die Auswahl auf einer neuen Ebene ganz oben mit dem Braunton. Setzen Sie die Ebene auf »Farbig nachbelichten«. Das Mischungsresultat ist nun viel zu dunkel [6, links; linke Kopfhälfte]; hellen Sie daher die Ebene darunter mit einer Einstellungsebene auf [rechte Kopfhälfte]. Farbe und Helligkeitsverteilung passen Sie weiter an, indem Sie für die braune Färbungsebene unter »Ebenenstile >Fülloptionen >Farbbereich« die Regler für »Darunter liegende Ebene« in der angezeigten Weise einstellen [6, unten links]. Das Ergebnis können Sie bei Bedarf durch weitere Ebenen modifizieren, die Sie mit geeigneten Modus- und Deckkraftparametern, per »Farbbereich« ausgeblendeten Pixelzonen oder Ebenenmasken ausstatten.
[ENDE]
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Dieser Workshop stammt von der DOCMA (Nr.45 / März 2012) – Doc Baumanns Magazin für digitale Bildbearbeitung. Das erstklassige DOCMA Magazin findet man im gut sortierten Zeitschriftenladen oder im Web, bei Facebook und Twitter.






Ein Kommentar
den würd ich nicht essen .. er schaut mir zu menschlich aus *lacht*
wie kommt man den auf so eine Idee?
LG von Marga