Der Workshop des Monats kommt vom COLURZblog.
Armin ’Colurz’ Böttigheimer ist Mediengestalter, Bildbearbeiter, Blogger und Buchautor (Icon-, Interface- und Bannerdesign in Photoshop). Er liebt gute Fotos und nutzt sie gerne als Basis für seine Arbeiten. Er spielt mit ihnen, bearbeitet sie mit Photoshop, verfremdet sie und gibt Ihnen einen komplett neuen Touch. Heute zeigt er, wie man aus einem klassischen Portraitfoto (Bild #24590613 © von Valua Vitaly) ein Wasserfarbenbild machen kann.
Viel Spaß beim Nachbauen!

Portrait in Wasserfarben
Photoshop-Tutorial von Armin “Colurz“ Böttigheimer, www.colurzblog.de

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Für dieses Portrait in Wasserfarben benötigen wir als ersten Bestandteil einen pas- senden Hintergrund. In diesem Fall habe ich mich für das Bild Dark Edged Paper von David M. Schrader (ID #13631071). Ich habe dieses Bild nun einfach in Photoshop ge- öffnet. Die originale Bezeichnung des Bildes habe ich für eine bessere Übersicht gleich auch als neuen Ebenennamen verwendet.

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Bei der Suche nach einem ansrechenden Portrait für unser Bild, wurde ich ebenfalls schnell fündig. Das Bild beautiful woman with stylish curly hairstyle von Valua Vitaly (ID # 24590613) wird unsere Vorlage für das Portrait in Wasserfarben. Dieses Bild habe ich nun oberhalb unseres Papierhintergundes in unserer Arbeitsdatei platziert und auch hier die Downloadbezeichnung der Originaldatei als Ebenennamen verwendet.
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Wir haben nun das notwendige Bildmaterial für unseren Effekt zusammen. Blenden Sie jetzt den Papierhintergund aus. Es sollte jetzt nur noch das Portrait der Dame zu sehen sein. Jetzt erstellen wir oberhalb dieses Bildes eine Einstellungsebene Gradi- ationskurven. Das können Sie beispielsweise über Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradiationskurven oder über den Klick auf das Gradiationskurven-Symbol in der Korrekturenpalette erreichen. Hier verstärken wir jetzt den Kontrast in Vorbereitung auf unseren nächsten Bearbeitungsschritt. Es ist hier allerdings Ausprobieren angesagt. jedes Bild wirkt anders.

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Nachdem das Bild nun schon stark in seiner Wirkung verändert ist, rufen wir eine wei- tere Einstellungsebene auf. Dieses Mal benötigen wir die Einstellungsebene Schwarz- weiß. Leider gibt es auch hier keine Einstellung die immer passt. Richten Sie sich hier nach Ihrem eigegen Geschmack und Gefühl. Sie dürfen in diesem Schritt ruhig sehr extrem vorgehen. Achten Sie nur darauf, dass Sie ein gut zu erkennendes und Kon- trastreiches Ergebnis erhalten. Ich habe für dieses Beispiel folgende Werte gesetzt: Rottöne 60, Gelbtöne 225, Grüntöne 70, Cyantöne 15, Blautöne 20, Magentatöne -200.

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Wenn die Einstellungen also jetzt getroffen sind, müssen wir aus diesen Ebenen eine neue separate Ebene erstellen, die alle unsere Einstellungen beinhaltet. Da wir aber unter Umständen einige Schritte zu einem späteren Zeitpunkt ändern wollen und deshalb alles Ebene vorerst behalten möchten, wenden wir hier einen Shortcut an. Mit SHIFT+ STRG + ALT + E erstellen wir im Handumdrehen eine neue Ebene aus allen sichtbaren Ebenen. Achten Sie darauf, dass die Ebene Schwarzweiß 1 dabei ange- wählt ist. Wenn alles geklappt hat, dann sollte jetzt eine neue oberste Ebene zu sehen sein, die ein reines Schwarzweiß Bild unseres Models darstellt. Benennen Sie diese Ebene sinnvoll. Ich habe hier Black/White als Ebenenamen gewählt. Ist das erledigt, können Sie alle anderen Ebenen unterhalb deaktivieren.

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Jetzt erstellen wir mit SHIFT + STRG + N eine neue leere Ebene oberhalb der Ebene Black/White. Wählen Sie mit dem Tastaturkürzel B nun das Pinsel-Werkzeug ausund malen Sie auf diese Ebene in den unterschiedlichsten Farbtönen und Pinselstärken wild drauf los. Erlaubt ist, was gefällt.

In diesem speziellen Fall bietet es sich allerdings an, gleich auf Pinselspitzen zurück- zugreifen, die das Aussehen von Wasserfarbstrichen haben. Sollten Sie hier noch kei- ne Auswahl besitzen, so können Sie beispielsweise auf der Webseite www.brusheezy. com unter dem Suchbegriff Watercolor zwischen einer Vielzahl von verschiedenen Sets auswählen, die Sie kostenlos herunterladen können. Achten Sie allerdings hier bei kommerziellen Arbeiten darauf, dass die Pinsel auch für diesen Zweck kostenlos zu verwenden sind.
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Auch wenn das Ergebnis jetzt ein wenig wild aussieht, wir sind auf dem richtigen Weg. Auf diese Farbebene, die ich Farbportrait benannt habe, müssen wir jetzt eine Maske anwenden,damit die Farbe nur an den Stellen zum Tragen kommt, an denen auch das ursprüngliche Schwarzweiß Bild dunklere bis schwarze Farbtöne enthält. Klicken Sie dazu einfach mit gedrückter STRG Taste auf die Ebenenminiatur der Ebene Black/ White, um diese komplett auszuwählen. Achten Sie auch hier darauf, dass die Ebene auch zusätzlich ausgewählt ist. Jetzt kopieren Sie den Inhalt dieser Ebene einfach mit STRG + V in den Zwischenspeicher und heben Sie danach mit STRG + D die Auswahl wieder auf. Im nächsten Schritt wählen wir nun die Ebene Farbportrait aus und fügen dieser durch einen Klick in das Ebenenmasken- Symbol im Fußbereich der Ebenenpa- lette eine Ebenenmaske hinzu. Noch wirkt sich diese nicht auf das Bild aus. Jetzt hal- ten wir die ALT Taste gedrückt und klicken in die Miniatur der weißen Maske. Das Bild sollte jetzt komplett weiß sein, da wir uns so gerade nur die Informationen der neuen Maske anzeigen lassen. Jetzt einfach mit STRG + V unsere Kopie des Schwarzweiss Bildes aus dem Zwischenspeicher einfügen und ein weiteres Mal in die Ebene klicken. Es hat sich jetzt einiges getan, aber richtig zufrieden sein können wir noch nicht.

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Zwar haben wir der Ebene Farbportrait unsere erstellte Maske zugewiesen, allerdings wirkt sich diese bis jetzt noch auf die falschen Bereiche aus. Da in einer Maske die weißen Bereiche sichtbar bleiben, während die schwarzen Bereiche verborgen wer- den, sehen wir nun unserer Wasserfarben an den falschen Stellen. Wir wollen errei- chen, dass die farbigen Bereichen an die Stelle der schwarzen Bereiche tritt. Dazu aktivieren wir mit einem Klick in das kleine Vorschaubild unsere neue Maske und inver- tieren diese über STRG + I einfach. Wir tauschen also mit diesem Shortcut einfach die aktiven und inaktiven Bereiche der Maske miteinander aus. Was Weiß ist, wird nun Schwarz und umgekehrt. So kommen wir dem gewünschten Ergebnis schon um eini- ges näher, denn jetzt zeigt sich die Wasserfarbe wirklich dort, wo wir sie auch haben wollen.

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Noch wirkt das Ganze allerdings etwas zu dunkel und die Farbe beziehungsweise der Farbeffekt kommt noch nicht so recht zur Geltung. Blenden Sie einfach die Ebene Black/White unterhalb der Ebene Farbportrait aus. So kommt keine störende schwar- ze Farbe mehr durch. Um zu sehen wie sich die Farben im Zusammenspiel mit dem eigentlichen Hintergund einfügen, aktivieren wir einfach unseren gewählten Papierhin- tergrund, der sich als unterste Ebene in unserer Ebenenpalette befinden sollte. Und jetzt kann man es schon sehen, unser Portrait in Wasserfarben.

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Etwas poppiger darf es aber durchaus noch sein. Auch die Randbereiche des Papier- hintergunds können noch ein wenig Farbe vertragen. Nichts leichter als das. Wenn Sie die Ebene Farbportrait ausgweählt haben, dann duplizieren Sie die akltuelle Ebene einfach über den Shortcut STRG + J. Diese neue Ebene habe ich hier mit Farbverstär- kung benannt. Den Ebenenmodus stellen wir auf Ineinanderkopieren und erhalten eine dezente Verstärkung der Farben. Da wir nun ja beim Erstellen der Ebenenkopie auch die Maske kopiert haben, ist es jetzt keine Schwierigkeit hier auch den Randbereichen ein paar Farbkleckse zu verpassen. Einfach die Maske auswählen und mit weißer Farbe und einer der bereits vorher verwendeten Pinselspitzen den Rand „bemalen“. Variieren Sie hier wieder die Deckkraft, Ausrichtung und die Form der Pinselspitze, um ein harmonisches Ergebnis zu erhalten.

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Zwar sieht das jetzt schon richtig gut aus, aber einige Stellen des Bildes sollten Noch etwas dunkler werden, um den Blick des Betrachters zusätzlich auf unser Farbpor- trait zu lenken. Eine schöne Möglichkeit ist es eine neue leere Ebene zu erstellen und diese mit 50% Grau zu füllen. Ich habe hier den Namen Rand dunkler gewählt. Stellen Sie jetzt den Ebenenmodus der Ebene auf Weiches Licht, dann haben Sie die Mög- lichkeit mit dem Nachbelichter-Werkzeug Bereiche dieser Ebene abzudunkeln oder mit dem Abwedler-Werkzeug aufzuhellen. Dadurch, dass wir diese Anpassungen auf einer separaten Ebene ausführen, können wir hier auch zu späteren Zeitpunkten völlig unkompliziert Änderungen vornehmen.

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Eigentlich könnte man das Bild nun schon so lassen, denn das Ergebnis kann auf je- den Fall bereits jetzt überzeugen. In einem letzten Schritt habe ich aber nochmals mit dem Shortcut SHIFT+ STRG + ALT + E eine Kopie aller sichtbaren Ebenen als neue Ebene Farbverstärkung 2 erstellt. Auch hier habe ich den Ebenenmodus Weiches Licht gewählt. Dieser verstärkt noch ein letztes Mal die vorhandenen Farben. Um aber auch hier keine zu gleichmäßge Verteilung zu haben, habe ich auf einer hinzugefügten Maske und mit Hilfe der Farbe Schwarz die Bereiche markiert, die nicht oder nur wenig davon beeinflusst werden sollen. Und das war es dann auch schon. Fertig ist das Por- trait in Wasserfarben.

Versuchen Sie sich doch einfach mal an dieser Technik und entwickeln Sie hier Ihre eigenen Farb- und Bildlooks. Viel Vergügen wünsche ich Ihnen dabei!
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Dieser Workshop stammt vom COLURZblog. Schaut euch mal die Website an. Der COLURZblog bietet klasse Content, Stories und Tutorials rund um die Themen Fotografie, Photoshop und Design. Armin ‘Colurz’ Böttigheimer findet ihr im Web, bei Facebook und bei Twitter unter @Colurzblog bzw. @Colurz in Englisch