Wir haben Neil Duerden gefragt, ob er uns ein Tutorial erstellen würde, was er mit einem charmanten “Liebend gern” bejahte. Für diejenigen, die Neil und seine Arbeiten nicht kennen, hier ein kurzer Überblick: Neil lebt rund 20 Meilen nördlich von Manchester, in einem Bergarbeiterdorf und behauptet von sich ein überzeugter “Mac Monkey” zu sein. Seine Werke sind eine Kombination aus verschiedenen Medienelementen – Fotografien verbindet er wirkungsvoll mit komplexen Vektor-Grafiken und trifft damit immer wieder genau den Geschmack von Bildkäufern rund um den Globus. Neil ist stets und ständig neuen Trends und Herausforderungen auf der Spur. Für alle, die sich von ihm inspirieren lassen möchten – hier geht’s los:

Hallo Leute. Heute erstellen wir eine feine Mixtur aus Illustrator und Photoshop zu gleichen Anteilen. Diese Technik ist relativ simpel und lässt viel Spielraum zum Entdecken, Kreieren und Experimentieren, ist also ideal um gute aber auch flexible Resultate zu erzielen.
Ihr benötigt auf jeden Fall einen guten Rechner, mit ausreichend Prozessor- und RAM Leistung. Ich empfehle ein gutes Mac-System , da es sonst gut sein kann, dass Ihr stundenlang vor dem Bildschirm sitzt und dem Computer beim Rechnen zuschaut. Als erstes wird natürlich überlegt, welches Thema oder Motiv wir erzeugen wollen. Dann suchen wir ein passendes Foto und einen Hintergrund, machen uns einen Kaffee und legen los.
01 Bubbletastic
Wir beginnen mit der Erstellung von den Blasen für den “Bubble-Effekt” mit Hilfe von Illustrator. Einfach einen Kreis mit Verlauf zeichnen und mittels 2 Kreisen, die einfach übereinander gelegt werden, die späteren Spitzlichter hinzufügen. Anschliessend vom Formbereich subtrahieren (über “Fenster > Pathfinder > Formmodi”). Nun werden die Spitzlichter auf den ersten Kreis gelegt, danach alles auswählen und die Deckkraft auf 70% reduzieren. Und schon haben wir unsere Bubbles! Jetzt nur noch die Schneeflockenmuster platzieren und auch dort die Deckkraft angleichen, bis das Ergebnis stimmt.

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02 Bewegung schaffen

Nun noch etwa 10 Bubbles erstellen und darauf achten, dass diese unterschiedlich groß sind und richtig gut aussehen. Anschliessend übereinanderlegen. Auch wenn es dazu verleitet, solltet Ihr darauf achten, dass Ihr nicht die Symbol-Funktion benutzt. Sicherlich kann man mit dieser Funktion ein paar Minuten einsparen, aber die Kontrollmöglichkeiten der Komposition über die Bildelemente, wird dadurch nicht unerheblich eingeschränkt.
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03 Foto auswählen
Wenn Ihr das passende Foto ausgewählt habt, macht daraus eine psd-Datei ohne Hintergrund. Das erreicht Ihr durch Ausschneiden und Pfad auswählen oder Ihr nutzt die Ausblendfunktion in Verbindung mit Ebenen-Masken. Dann die Auswahl invertieren und als psd speichern. Mein Tipp beim Anwenden der Maskierungsmethode ist der, verschiedene Farbkanäle zu nutzen und zur Selektion verschiedener Bildteile zu verstärken. Das macht das Ganze um vieles leichter.
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04 Applikationen-Hopping
Nun zurück zum Illustrator und ein neues Dokument erstellt. Dann einfach das Bild im selbigen platzieren und auf einen Hintergrund reduzieren. Besser ist es, sich kurz im Menü “Fenster” zu vergewissern, ob das Bild auch tatsächlich mit eingebettet wurde. Unter “Fenster > Verknüpfungen” im anschliessend aufpoppenden Dropdown-Menü “Bild einbetten” anwählen.
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05 Ebenen fixieren
Die Ebene wird nun fixiert – also für Änderungen gesperrt und eine neue Ebene erzeugt – und danach gleich noch eine weitere. Auf der letzten Ebene setzen wir unsere Bubbles ein. Das geht Dank Copy & Paste sehr schnell und unkompliziert. Die Bubbles ordnet Ihr so an, wie es Euch am besten gefällt. Danach diese Ebene duplizieren und in der Reihenfolge ganz nach oben vor das Bild setzen. Jetzt noch die Deckkraft herabsetzen, so dass das Bild hindurch scheint.
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06 Hintergrund fertigstellen
Wiederholt Schritt 05 so lange, bis Ihr einen interessanten Hintergrund habt. Nehmt Euch Zeit und gebt euch richtig Mühe, da der Hintergrund das Fundament des Endresultates ist. Arbeitet so komplex wie möglich und verwendet für die verschiedenen Ebenen differenzierte Deckkraft-Einstellungen – so erreicht Ihr einen interessanten und ausgewogenen Effekt.
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07 Zufallsfaktor
Jetzt wird es Zeit mit Illustrator mehr Elemente einzubauen – dieses kann irgendetwas sein. Ich habe Zweige und Tannennadeln gewählt. Kopiert diese dann (Copy & Paste) auf beliebige Ebenen und experimentiert mit verschiedenen Stärken der Deckkraft der Ebenen. Beides, das Zeichnen und die Deckkrafteinstellungen, wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, aber mit ein bisschen Geduld erhält das Motiv dadurch einen raffinierten Effekt.
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08 …Kaffepause
Die Datei exportieren wir nun als psd-Datei und stellen sicher, dass beim Speichern die maximale Kompatibilität gewährt wird. Ist Euer Rechner nicht mit einer ordentlichen Leistung ausgestattet, wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt einen Kaffe zu kochen. Nach abgeschlossenem Export öffnet Ihr die Datei in Photoshop und versetzt Euch sogleich in Spaß- und Spiellaune. Wählt als erstes ein passendes Hintergrund-Image und platziert es ganz unten im Ebenenstapel.
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09 Mehr Bewegung
Baut mehr Ebenen auf und erstellt neue Elemente in Illustrator, die einen Bewegungseffekt im Bild erzeugen und kopiert diese einfach (Copy & Paste) in Photoshop. Arrangiert die einzelnen Teile im Bild so, dass sie in der Komposition perfekt wirken sowie mehr Tiefe und zusätzliche Dimensionen schaffen.
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10 Unter die Haut
Falls notwendig, kommen wir nun zur Bearbeitung der Haut. Duplizieren Sie die Ebene mit der Person und wählen Sie Filter>Weichzeichner>Matter machen und geben dort bei beiden Werten 25 (25 : 25) ein. Danach auf OK klicken und die Bereiche von Lippen und Augen aussparen (per Ebenenmaske z.B.), so dass eine reine Haut entsteht. Für den Retro-Effekt eventuell etwas Körnung mittels Rauschfilter dazugeben – aber das ist reine Geschmacksache. Wiederum reduzieren wir anschliessend die Deckkraft der Ebene, bis das Ergebnis stimmt.
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11 Zurück zum Ausgangspunkt
Wir sind fast fertig und es kann sein, dass Euer Motiv stilistisch letztendlich eine ganz andere Richtung genommen hat oder einen anderen Ausschnitt ergibt – je nachdem, wie Ihr die Ebenen eingesetzt habt. Um jetzt noch Veränderungen vorzunehmen, einfach zum Hintergrund Image wechseln und dort herum probieren. Das ist super einfach und kann sowohl in Illustrator, als auch in Photoshop erledigt werden.
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12 Finale!
Ihr seid nun fertig und das Bild muss auf eine Hintergrundebene reduziert werden. Ein wenig Kontrastanhebung (Bild>Korrekturen>Helligkeit/Kontrast) und alles sieht rund aus. Gratulation! Seid stolz auf Euch und viel Erfolg beim Verkauf von Euren Bildern!
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Von Neil Duerden
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Das Tutorial wurde bereitgestellt von .PSD Photoshop. Weitere Tutorials und kostenlose Downloads des Magazins .PSD Photoshop gibt es hier: http://psdmag.org/de