Jacques Palut ist Fotolia-Künstler der ersten Stunde. Sein Stil ist einzigartig und zeugt von gewissenhafter Effizienz. Jacques ist professioneller Fotograf und Bildproduzent. Lernen Sie “Master Jack” im Interview unseres Künstlerportraits kennen.

Welche Ausbildungen hast du abgeschlossen?
Eine Ausbildung habe ich als Grafik-Designer abgeschlossen. Dann nach einer langen Karriere als Creative Director in einer großen Verlagsgruppe, hatte ich irgendwann gemerkt, dass ich zurück zu meinen Basics wollte, mich also wieder im Bereich Grafik-Design betätigen wollte.
Seit 2003 bin ich freischaffender Grafik-Künstler und habe mich auf Print-Layout spezialisiert.
Da ich von Anfang an auch mit Fotografie beschäftigt habe, entwickelte sich mein Interesse irgendwann auch in Richtung Microstock und ich wurde 2004 Fotolia-Mitglied.
Warum hast du dich für Fotolia entschieden?
Vor 6 Jahren war der Microstock-Markt noch in der Entwicklungsphase. Anfangs probierte ich mehrere Agenturen aus, aber die meisten von denen verschwanden vom Markt oder haben mir schlicht und ergreifend einfach nicht das gebracht, was ich erwartete.
Da meine Tätigkeit als Grafik-Designer mittlerweile den Großteil meiner Zeit beansprucht, habe ich mich dann entschlossen exklusiver Künstler zu werden und mich für Fotolia entschieden, weil ich hier das höchste Wachstumspotenzial sehe. Außerdem überzeugt mich die innovative Strategie von Fotolia und nicht zuletzt die Funktionalität der Webseite.
Heutzutage bekomme ich auch viele Rights-Managed-Aufträge, daher kann ich meine Zeit nicht komplett Microstock widmen. Jedoch lade ich ständig neues Material hoch, so oft ich kann.
Wie würdest du deine Arbeitsweise beschreiben?
Ich fotografiere nur das, was mir Spaß macht! In anderen Worten, eigentlich produziere ich keinen klassischen “Microstock-Style” mit aufpolierten Bildern.
Nicht immer “einfache” Bilder hochzuladen und auch künstlerische Aspekte zu beachten mag meine Verkäufe nicht unbedingt verbessern, jedoch sind genau diese Bilder ein Großteil meines Schaffens. Unter uns gesagt, glaube ich auch, dass dadurch für einige Bildkäufer Alternativen geboten werden.
Weiterhin richte ich mich nach klassischen Winkeln und Rahmen. Ich erreiche meist geometrisch anmutende Kompositionen, was wahrscheinlich meinem “Grafik-Design-Auge” geschult ist.
Ich biete oft Kollagen an, die ich aus mehreren meiner Bilder auf Fotolia erstelle. Das ist jedoch eine Sache, die viel Präzision voraussetzt. Man kann praktisch kleine Geschichten mit Kollagen erzählen und einem gewissen Thema zuordnen.
Einige der Käufer meiner Kollagen verwenden diese wiederum partiell, die meisten jedoch nutzen sie komplett. Konzepte verleiten zum Kauf, wenn Sie gut gemacht sind und wenn Sie mehr bieten, als lediglich ein paar Bilder zusammen zuschustern.
Jedes einzelne meiner Bilder ist mit Sorgfalt nachbearbeitet worden. Ich mache die Bilder in RAW und importiere sie zum Organisieren und für grobe Bearbeitungsschritte in Lightroom. Anschließend speichere ich sie als TIFF ab und erledige die finale Bearbeitung in Photoshop.
Für Inlays nutze ich manchmal den Illustrator. Bei Fotolia stelle ich dann alles als JPEG ein.
Bisher hat mir das Fotografieren mit natürlichem Licht am besten gefallen, daß es für verschiedene Themen einfach flexibler ist. Aber wer weiß, vielleicht werde ich eines Tages auch im Studio arbeiten – macht sich für Model-Shootings ja auch besser.
Wie kann man, deiner Meinung nach, seine Verkäufe bei Fotolia steigern?
Die Qualität bei Fotolia hat sich enorm gesteigert, was unter anderem an der technischen Entwicklung der letzten Zeit, dem großen Zulauf von professionellen Fotografen im Microstock und nicht zuletzt an neuen Talenten auf dem Markt liegt. Alle diese Parameter haben das Gesamt-Level global steigen lassen. Obgleich sich noch viele Bilder finden lassen, die eine Nachbearbeitung oder bessere technische Umsetzung verdient hätten, werden doch die Portfolios verschiedener Anbieter mehr und mehr relevant.
Als solches ist die Qualität eines Bildes immer der wichtigste Faktor, jedoch hängt auch vieles von der Inspiration ab. Es macht keinen Sinn schon vorhandene Thematiken weiter aufzugreifen und zu replizieren, was ohnehin schon in Massen vorhanden ist. Es macht mehr Sinn in ungewöhnlichen Kategorien zu denken.
Ich bin noch relativ neu im Model- und Beauty-Bereich und merke wie viel Vorbereitung und Arbeit im Detail steckt, was mich aber fasziniert, Model-Fotografie ist ein “sicheres” Thema.
Hast du ein paar Tipps für Neueinsteiger?
Die Bilddatenbank Fotolia hat mittlerweile ein beträchtliches Volumen. Anstatt einfach wahllos hochzuladen, sollte sich jeder kurz einen Überblick verschaffen, was es schon gibt.
Sicherlich kann man dann und wann Ideen von erfolgreichen Bildern aufgreifen und fortführen oder sich inspirieren lassen, aber das Kopieren von Konzepten bringt nichts. Das wirft zu guter letzt auch ein schlechtes Licht auf das Portfolio.
Wer jetzt als Neueinsteiger dazu stößt und sich bei mehr als 8 Millionen Bilder auf der Fotolia Datenbank integrieren möchte, sollte sich auf das Produzieren von einer überschaubaren Anzahl von Bildmaterial begrenzen, dafür jedoch auf die Originalität von Inhalten konzentrieren und nur Motive mit Top-Qualität hoch laden.
Welches Equipment nutzt du?
Ich bin komplett mit Canon ausgestattet – Kamera: 5 D Mark II, Linsen: 24-70 mm/F2.8 (im Dauereinsatz), 100 mm/F2.8 (ein Muss für Portraits) und 300 mm/F4 (für spezielle Sachen)
Ansonsten habe ich immer meine gute alte PowerShot G9 bei mir – man weiß ja nie…
Nachbearbeitung erledige ich mit Creative Suite auf meinem iMac 27″.
Palut’s Portfolio auf Fotolia ansehen:
http://www.fotolia.com/p/775
PalutPhotos.jpg