Neben Blumen sind Tiere das Lieblingsmotiv unserer Fotografen. Ob es wohl an deren “natürlichem” Verhalten beim Shooting liegt oder eher daran, dass sie kein Futter bekommen, wenn Sie nicht brav als Model herhalten, das kann jeder betrachten, wie er will. Tierbilder sind jedenfalls ein Thema und sie verkaufen auch, allerdings nicht im selben Maße wie sie angeboten werden. Doch eignen sich Tierbilder gut um Konzepte und abstraktere Ideen zu vermitteln, wie unser Bestseller mit dem seine eigenen Grenzen überwindenden Fisch gut illustriert.

Der Hund ist des Menschen bester Freund, aber leider gehören in der heutigen Zeit neben dem klassisch klischeehaften Postboten auch die Bildselektoren zu einer dem Hund tendenziell abgeneigten Berufsgruppe. Dies nicht, weil sie keine Tiere mögen, sondern aufgrund der schieren Masse des caninen Bildmaterials. Außerdem lässt eine derartige Motivwahl so manchen Rückschluss auf den kreativen Horizont des Künstlers zu. Dies gilt natürlich auch für die meisten anderen Haustiere, sollte jedoch nicht als Kritik an der Tierfotografie als solche übertragen werden. Sehen Sie sich unsere Bilddatenbank mal an: Der Suchbegriff “Hund” führt zu 7.508 Ergebnissen und “Katze” zu 6.377. Allerdings scheinen ein paar andere Haustiere eher stiefmütterlich behandelt zu werden: Nur 142 Hamster, 72 Wellensittiche und schlappe 8 Meerschweinchen. Dies fiel mir auf, denn ich sehe mir mit meinen Söhnen am Wochenende gerne Tierbilder auf der Seite an. Der ältere (Toni) liebt Meerschweinchen und wir haben nur schlappe acht Stück auf Lager. Was ist los, Meerschweinchenfans? Könnt Ihr nicht fotografieren? Dabei sind die doch echt süß.
Neben Haustieren gibt es natürlich auch noch Zootiere, die von Heerscharen von Fotografen mit Makros und Teles allwochenendlich zur Strecke gebracht werden. Nun gilt es bei Zootieren ein paar Sachen beachten. Oft darf in einem Zoo gar nicht oder nur gegen einen erhöhten Eintrittspreis fotografiert werden. Eine derartige Erlaubnis beinhaltet jedoch nicht unbedingt die kommerzielle Nutzung des Materials. Darum bitte gleich im Zoo die entsprechende Erlaubnis einholen und mit hochladen. Bilder, die offensichtlich in einem Zoo aufgenommen wurden, erfüllen nicht die Selektionskriterien. Und selbst wenn eines durchkommt, die Zooleute kennen ihre Tiere bis aufs letzte Barthaar… Mein Sohn Toni bemängelt übrigens auch das Fehlen eines Tasmanischen Teufels. Falls also jemand mal in bzw. auf der Australien vorgelagerten Insel Tasmanien verweilt und bemerkt wie sich ein kleines ultra-aggressives Viech in sein Bein verbeißt, sollte er dies bitte unbedingt fotografieren bzw. fotografieren lassen – sonst verwackeln die Bilder.
Zu guter Letzt noch ein Hinweis für diejenigen, die sich gerade gedacht haben: “Oh, deshalb haben die meine genialen Bilder vom braven Rex und den prächtig gailenden Begonien abgelehnt!”, und jetzt nicht ganz wissen, wie das mit dem kreativen Horizont gemeint war, noch ein paar Tierbilder, die wir hier im Büro toll finden (Nein, nicht solche!). Eine fantastische Idee – konsequent umgesetzt. Gratulation auch für den Modeleinsatz (No release required!). Die Bilder stammen vom jungen Geoffrey Cottenceau. Hier gibt es noch mehr aus der Serie: supernaturale.com. Und bei gneborg.org kann man noch ein weiteres Projekt bestaunen.
Fotos: Gilles Cohen, Michael Hofmann, Ralf Loesche, Geoffrey Cottenceau